Arbeitslosengeld-I-Rechner: So viel steht Ihnen zu

Arbeitslosengeld I – kurz auch ALG I genannt – erhält jeder, der arbeitslos ist, sich bei der zuständigen Agentur für Arbeit entsprechend gemeldet und die sogenannte Anwartschaftszeit erfüllt hat. Als Anwartschaftszeit wird ein Zeitraum von mindestens zwölf Monaten bezeichnet, in dem der Leistungsbezieher vor Antragstellung in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung tätig war.

Es wird in der Regel bis zu einem Jahr gezahlt – danach erhält der Bezugsberechtigte kein ALG I, sondern das ALG II ausbezahlt. Anders als beim Regelbedarf von ALG 2 ist das ALG 1 keine fixe Summe, das heißt, es gibt keine Regelbedarfe, die bestimmten Personengruppen ausgezahlt werden.

Arbeitslosengeld-I-Rechner: Jetzt Ansprüche kostenlos berechnen


Nutzen Sie unseren kostenlosen Arbeitslosengeld-1-Rechner.

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Aber in welcher Höhe wird das ALG I geleistet? Wie wird ALG I berechnet? Und wie können Sie die Berechnung von Arbeitslosengeld I ganz leicht mithilfe von unserem ALG-I-Rechner vornehmen? Alles dazu lesen Sie in unserem Ratgeber.

Was ist ALG I?

Anders als ALG II wird ALG I durch einen Rechner individuell ermittelt.

Anders als ALG II wird ALG I durch einen Rechner individuell ermittelt.

Arbeitslosengeld I wird ehemals erwerbstätigen Personen gezahlt, die aufgrund einer Kündigung oder anderer Umstände plötzlich in Arbeitslosigkeit verfallen. Dabei muss eine mindestens zwölfmonatige, sozial­versicherungspflichtige Erwerbs­tätigkeit diesem Leistungsbezug vorausgehen.

Kann der entsprechende Bezugsberechtigte im Bemessungszeitraum keine 150 Tage mit einem entsprechenden Arbeitsentgelt vorweisen, so wird der Bezugsrahmen laut § 150 des Dritten Sozialgesetzbuchs (SGB III) auf zwei Jahre ausgeweitet. Das SGB II enthält alle wichtigen Regelungen zum Arbeitslosengeld 1 und ebenso Informationen darüber, wie die ALG-1-Berechnung erfolgt.

Wie lange besteht Anspruch auf ALG 1?

Arbeitslosengeld I wird – anders als ALG II – nicht langfristig gezahlt. In der Regel ist lediglich ein Bewilligungszeitraum von bis zu zwölf Monaten vorgegeben. Ist der Leistungsberechtigte danach immer noch arbeitslos, so wird ihm Arbeitslosengeld II – also Hartz IV – ausgezahlt.

Die Dauer des Anspruchs kann sich allerdings auch erhöhen. Das ist davon abhängig, wie alt der Bezugsberechtigte ist. Arbeitnehmer über 50 Jahre haben die Möglichkeit, insgesamt bis zu 15 Monate ALG I zu beziehen, über 55-Jährige bis 18 Monate und über 58-Jährigen steht eine Bezugsdauer bis zu 24 Monaten zu.

Folgende Tabelle gibt Aufschluss darüber, in welchem Alter und nach welcher Zeit der pflichtversicherten Beschäftigung ein etwaiger Bezugszeitraum möglich ist.

Dauer der versicherungspflichtigen Beschäftigung in MonatenVollendetes LebensjahrDauer des Anspruchs in Monaten
126
168
2010
2412
3050.15
3655.18
4858.24

Den ALG-1-Anspruch berechnen: Wie hoch war Ihr letztes Monatsgehalt?

Der Rechner für ALG 1 kann Ihnen beispielsweise nach einer plötzlichen Kündigung helfen, um die Leistungen zu ermitteln.

Der Rechner für ALG 1 kann Ihnen beispielsweise nach einer plötzlichen Kündigung helfen, um die Leistungen zu ermitteln.

Die Frage: „Wie berechnet man eigentlich ALG 1?“ liegt bei vielen Leistungsberechtigten hoch im Kurs. Das Arbeitslosengeld I ist in seiner Höhe maßgeblich von einigen Angaben des Leistungsberechtigten abhängig.

Zuallererst ist hier das Bruttoeinkommen des Antragstellers zu nennen.

Wichtig dabei ist, dass Sie den Durchschnittswert aus dem letzten Jahr eintragen. Denn: Wie viel Arbeitslosengeld I Sie erhalten, wird anhand Ihres Brutto-Monatsverdienstes errechnet. Als Basis für diese Berechnung zählt das Durchschnitteinkommen, das Sie in den letzten 12 Monaten vor Leistungsbezug von Ihrem Arbeitgeber erhalten haben.

Von diesem Bruttoeinkommen werden die üblichen Sozialabgaben heruntergerechnet, sodass ein fiktiver Nettobetrag entsteht. Ein Arbeitsloser mit Kind erhält dann 67 % der Höhe dieses fiktiven Gehalts ausgezahlt, arbeitslose Personen ohne Kind nur etwa 60 %.

Erhielten Sie also ein Bruttoeinkommen von 1.500 Euro und entsprach dies einem Netto-Monatseinkommen von etwa 1.100 Euro, so wäre ein ALG-1-Anspruch in Höhe von 660 Euro pro Monat denkbar. Deshalb ist zunächst entscheidend für die Berechnung von ALG 1, welches Brutto-Monatsgehalt Ihnen im letzten Jahr zustand.

Anzahl der Kinder

Zudem ist wichtig für die Höhe vom Arbeitslosengeld I, ob Sie alleine oder zusammen mit Kindern in einer Wohnung leben und ob Sie für diese noch aufkommen müssen. Dabei ist es egal, ob Sie lediglich ein Kind oder mehrere haben, da der Satz des Arbeitslosengeldes I trotzdem immer gleichbleibend ist. Zusätzlich zum Arbeitslosengeld I wird außerdem das Kindergeld gezahlt.

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Wie wird ALG 1 berechnet? Auch der geldwerte Vorteil wie ein Firmenwagen muss angegeben werden.

Wie wird ALG 1 berechnet? Auch der geldwerte Vorteil wie ein Firmenwagen muss angegeben werden.

Ein geldwerter Vorteil geht über den vereinbarten Lohn hinaus, wird aber nicht als Geld- sondern in der Regel als Sachleistung gewährt. Beispiele hierfür sind ein Firmenwagen, ein Firmenlaptop oder ein entsprechendes -handy.

Der Arbeitgeber stellt dem Arbeitnehmer diese Dinge zur Verfügung – oft sogar komplett kostenlos. Wer einen geldwerten Vorteil während der letzten zwölf Monate der Erwerbstätigkeit erhalten hat, dem wird dieser auch auf den der Berechnung zugrundeliegenden Bruttolohn angerechnet.

Das heißt im Klartext: Ein geldwerter Vorteil bringt einem Leistungsberechtigten normalerweise ein höheres ALG 1 ein. Unser Rechner nimmt deshalb Rücksicht auf solche Vorteile und verrechnet diese mit Ihrem monatlichen Lohn. Aus diesem Grund ist die Angabe Ihres geldwerten Vorteils nötig, um die korrekte Höhe des ALG I zu berechnen.

Berechnung des Nettolohns zur Ermittlung des ALG I durch den Rechner

Um die ALG-I-Berechnung vorzunehmen, wird zunächst Ihr Monats-Bruttolohn zugrunde gelegt. Allerdings erfolgt die Errechnung des konkreten ALG-I-Satzes durch die Ermittlung eines fiktiven Nettolohns. Da dies einiger Angaben bedarf, werden diese in unserem ALG-I-Rechner abgefragt. Dazu gehören:

  • Angabe Ihres Bundeslandes
  • Informationen zu Ihrer Steuerklasse
  • Nennung des Abrechnungsjahrs

Von Ihrem durchschnittlichen Bruttomonatsgehalt der letzten zwölf erwerbstätigen Monate werden demnach die Lohnsteuer je nach Lohnsteuerklasse, der Solidaritätszuschlag und die Sozialversicherungsbeiträge (in Form einer Pauschale von 21 %) abgerechnet. Deshalb sind die oben genannten Faktoren wichtig für die Berechnung des Leistungsentgelts, an dem sich Ihr Anspruch auf ALG 1 laut unserem Rechner maßgeblich bemisst.

Das Bundesland und der Solidaritätszuschlag

Die Berechnung von ALG 1 beruht auf dem Bruttomonatseinkommen, das in Ihrem Arbeitsvertrag geregelt wurde.

Die Berechnung von ALG 1 beruht auf dem Bruttomonatseinkommen, das in Ihrem Arbeitsvertrag geregelt wurde.

Seit dem Jahr 1991 ist in Deutschland von Arbeitnehmern ein Solidaritätszuschlag – umgangssprachlich auch „Soli“ genannt – zu zahlen. Dieser beträgt 5,5 % der Lohnsteuer, die monatlich zu zahlen sind. Allerdings ist nicht jeder verpflichtet, diesen Prozentsatz zu leisten.

Denn: Erst, wenn Arbeitnehmern der Steuerklasse I, II oder IV bis VI mehr als 81 Euro pro Monat als Lohnsteuer gezahlt wird, bzw. in der Steuerklasse III mehr als 162 Euro im Monat, muss der Soli geleistet werden.

Die Lohnsteuerklasse

In Deutschland gibt es insgesamt sechs Lohnsteuerklassen, die mit römischen Ziffern betitelt sind. Jeder Arbeitnehmer wird in eine Lohnsteuerklasse von I bis VI eingeordnet und muss entsprechende Beiträge als Lohnsteuer monatlich von seinem Bruttogehalt abführen. Eine kurze Übersicht der Steuerklassen soll aufzeigen, wann ein Arbeitnehmer in welche Lohnsteuerklasse fällt:

LohnsteuerklasseWer?
ILedige, Geschiedene und getrennt Lebende
IIAlleinerziehende, Verwitwete mit mindestens einem Kind
IIIVerheiratete Arbeitnehmer, die nicht dauerhaft getrennt wohnen;
Verwitwete Arbeitnehmer, bis zum Ende des folgenden Kalenderjahres (nach dem Tod des Partners)
IVVerheiratete, wenn beide uneingeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauerhaft getrennt leben
VEin Lebenspartner, wenn beide beschließen, den anderen in die Klasse III einzuteilen (wenn beide stark unterschiedliche Einkommen haben)
VIArbeitnehmer mit zweitem/weiteren Dienstverhältnis

Da je nach Einkommen und Steuerklasse unterschiedlich hohe Lohnsteuern vom Gesamtbrutto abgeführt werden müssen, ist die Angabe der Lohnsteuer in unserem ALG-I-Rechner wichtig. Denn nur so kann ein fiktives Nettogehalt errechnet werden, das Ihnen letztendlich die Summe des Ihnen zustehenden Arbeitslosengeldes I verrät.

Das Abrechnungsjahr

Der ALG-1-Rechner kann Ihnen helfen, Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld näherungsweise zu berechnen.

Der ALG-1-Rechner kann Ihnen helfen, Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld näherungsweise zu berechnen.

Zu guter Letzt ist auch das Abrechnungsjahr zur Ermittlung des Nettogehalts wichtig. Denn: Die Einkommenssteuer, die von Ihrem Bruttomonatsgehalt bei der Berechnung von ALG 1 abgezogen wird, ändert sich in jedem Jahr. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass Sie zudem den Abrechnungs­zeitraum des bezogenen Bruttogehalts angeben.

Datenausgabe: Was der Arbeitslosengeldrechner ermittelt

Haben Sie alle relevanten Daten in den ALG-1-Rechner eingegeben und drücken Sie danach auf die Schaltfläche „Berechnen“, so wird Ihnen ein ungefährer Wert des für Sie möglichen Arbeitslosengeldes I ausgerechnet.

Beachten Sie allerdings, dass dieser Wert nur eine Richtangabe ist und keinen gesetzlichen Anspruch auf die ausgegebene Höhe darstellt. Wollen Sie genau wissen, was Sie an Arbeitslosengeld I erhalten können, sollten Sie sich an die Bundesagentur für Arbeit wenden.

Berechnungsbeispiel: Wie viel ALG 1 erhalten Sie?

Um Ihnen verständlicher zu machen, wie die Berechnung des ALG I durch unseren Rechner verläuft, soll ein Beispiel der Ermittlung aufgeführt werden:

Susanne ist 27 Jahre alt, hat nach ihrem Studium bereits zwei Jahre gearbeitet und möchte nun ihren Job wechseln. Da sie noch keine geeignete Stelle gefunden hat, ihr befristeter Vertrag allerdings schon ausgelaufen ist, erhält sie nun für die Übergangszeit Arbeitslosengeld I. Ihr monatlicher Bruttolohn im letzten Jahr betrug 2.000 Euro. Sie wird als ledige Frau in die Steuerklasse I eingeordnet, wohnt in Hamburg und hat keine Kinder. Da Susanne bereits 24 Monate gearbeitet hat, besteht auch ein zwölfmonatiger Anspruch auf die Auszahlung von ALG 1. Aber wie viel ist das genau? Mit unserem ALG-I-Rechner können Sie das ganz einfach berechnen. Nach Eingabe der relevanten Daten ergibt sich für Susanne ein monatliches Arbeitslosengeld 1 in Höhe von etwa 806 Euro. Dieses erhält sie bis zu zwölf Monate lang ausgezahlt, es sei denn, sie findet in der Zwischenzeit wieder eine Stelle.

Wer zahlt die Sozialversicherungsbeiträge?

Erhalten Sie Arbeitslosengeld I, so übernimmt die Agentur für Arbeit die Zahlungen für die Krankenkasse sowie die Pflege- und die Unfallversicherung. Auch in die Rentenversicherung wird eingezahlt. Für diese Zeit können Sie ebenfalls Rentenpunkte erhalten.

Weitere Möglichkeiten zur Berechnung des ALG I

Den ALG-1-Anspruch zu berechnen, ist gar nicht so kompliziert, aber mit einem Rechner deutlich einfacher.

Den ALG-1-Anspruch zu berechnen, ist gar nicht so kompliziert, aber mit einem Rechner deutlich einfacher.

Der auf unseren Seiten vorgestellte Rechner für ALG 1 erfragt also nicht nur das Bruttogehalt, sondern auch die Anzahl der Kinder des Bezugsberechtigten sowie Lohnsteuerklasse, Bundesland und geldwerten Vorteil. Erst, wenn alle Informationen gegeben sind, können Sie das Arbeitslosengeld 1 berechnen, das auf den von Ihnen genannten Angaben beruht.

Was der Rechner beim Arbeitslosengeld 1 nicht ausgeben kann, sind Informationen über die Bezugsdauer. Denn wie lange Sie Anspruch auf die Zahlung von ALG I haben, ermittelt der Rechner nicht. Diese Information können Sie allerdings der obenstehenden Tabelle entnehmen.

Zudem kann der Rechner nicht individuell auf die Bedürfnisse von Leistungsberechtigten eingehen, die dauerhaft kurz- und nicht langfristig beschäftigt waren und bei denen die Berechnung des Monatsbruttos deshalb schwerfällt.

Für Interessierte jedoch kann die Ermittlung durch unseren Arbeitslosengeld-1-Rechner eine erste Anlaufstelle sein und eine grobe Orientierung bieten, in welchem Rahmen sie mit der Unterstützung nach einer Erwerbstätigkeit rechnen können.

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