Betreuungsgeld bei Hartz IV: Was erhalten Sie?

Eltern, die ihr Kind oder ihre Kinder bis zum dritten Lebensjahr zuhause betreuen wollen, erhalten dafür vom Staat eine finanzielle Unterstützung. Wird die Alternative der Kindertagesstätte oder einer anderen Betreuungsform in Deutschland nicht gewählt, so steht diesen Eltern bzw. einer alleinerziehenden Mutter oder einem Vater das sogenannte Betreuungsgeld für Kinder zu. Dies wurde am 9. November 2012 im Bundestag entschieden.

Betreuungsgeld wird Hartz-IV-Empfängern ebenfalls gezahlt.

Betreuungsgeld wird Hartz-IV-Empfängern ebenfalls gezahlt.

Aber in welcher Höhe wird Betreuungsgeld genau gezahlt? Haben Sie auch einen Anspruch auf Betreuungsgeld, wenn Sie Hartz IV beziehen? Wie viel wird Ihnen neben dem Regelsatz gezahlt? Diese und weitere Fragen klärt der folgende Ratgeber für Sie.

Wer kann Betreuungsgeld beantragen?

Bleibt ein Elternteil nach der Geburt eines Kindes zuhause, auch wenn dieses bereits das zweite oder dritte Lebensjahr erreicht hat und möchte es dort betreuen, so hat dieser Anspruch auf das Betreuungsgeld vom Bund.

Dieses ist im Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz, kurz: BEEG) geregelt. Abschnitt 2 besagt, dass folgende Voraussetzungen zur Berechtigung des Empfangs von Betreuungsgeld gelten müssen:

  • Ordentlicher Wohnsitz in Deutschland
  • Zusammenleben mit dem Kind in einem Haushalt
  • Kind muss selbst betreut werden

Weiterhin haben Personen auch dann Anspruch auf Betreuungsgeld, wenn sie vorübergehend im Ausland tätig oder Entwicklungshelfer sind oder als Ersatz für die leiblichen Eltern, wenn sie aufgrund einer schweren Krankheit oder dem Tod ihr Kind nicht betreuen können.

Auch dann, wenn die Betreuung nicht direkt aufgenommen werden kann, besteht ein Anspruch auf Betreuungsgeld. Ebenso haben Ausländer mit einer Niederlassungserlaubnis oder bestimmten Formen einer Aufenthaltserlaubnis ein Anrecht auf Betreuungsgeld.

Sollte der Elternteil oder die als Ersatz der leiblichen Eltern dienende Person im letzten Veranlagungszeitraum vor der Geburt des Kindes ein Einkommen in Höhe von mehr als 250.000 Euro erzielt haben, so verfällt der Anspruch.

Höhe des Betreuungsgelds

Betreuungsgeld wird bei Hartz IV voll angerechnet, weshalb sich der Antrag oft nicht lohnt.

Betreuungsgeld wird bei Hartz IV voll angerechnet, weshalb sich der Antrag oft nicht lohnt.

Laut § 4b des BEEG wird ein Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro für jedes Kind pro Monat gezahlt. Allerdings gilt dieser Anspruch nur für Kinder, die am 1. August 2012 oder später geboren wurden.

Wurde der Antrag vor dem 1. August 2014 gestellt, so beträgt das Betreuungsgeld pro Kind nur 100 Euro. Die Leistung wird nur vom 15. bis zum 36. Lebensmonat eines Kindes gewährt.

Wird Betreuungsgeld auf Hartz IV angerechnet?

Viele Empfänger von Arbeitslosengeld 2 (ALG II) stellen sich oft die Frage: „Wird das Betreuungsgeld angerechnet, wenn ich zusätzlich Hartz IV beziehe?“ Ja, das Betreuungsgeld wird voll auf den Hartz-IV-Regelsatz angerechnet. Da das Betreuungsgeld aber der Sozialleistung durch Hartz IV vorrangig ist, muss trotzdem ein Antrag auf den Betreuungszuschuss gestellt werden.

Bezieht eine Familie Betreuungsgeld und reicht dies bereits zum Leben aus, zum Beispiel weil der Lebenspartner nebenbei noch gut bei einer Erwerbstätigkeit verdient, so hat das Betreuungsgeld Vorteile gegenüber ALG II. Denn: Es muss keine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben werden und die Maßnahmen des Jobcenters müssen ebenfalls nicht wahrgenommen werden.

Andersherum macht es größtenteils wenig Sinn, als ALG-II-Empfänger gleichzeitig Betreuungsgeld und Hartz IV zu beziehen, da dieses direkt miteinander verrechnet wird. Ebenso ist es Eltern nicht möglich, gleichzeitig Betreuungs- und Elterngeld zu beziehen. Elterngeld wird Eltern quasi als Entgeltersatz der Erwerbstätigkeit gezahlt. Es entspricht laut BEEG im Gegensatz zum Betreuungsgeld 67 % des Einkommens aus der Erwerbstätigkeit vor der Geburt des Kindes, höchstens jedoch 1.800 Euro im Monat.

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