Hartz 4: Einkommen 2017 – Was wird angerechnet?

Hartz-4-Empfänger sind dazu verpflichtet, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um ihre Hilfebedürftigkeit zu verringern oder im besten Falle zu beenden. Ein guter Weg in die Erwerbstätigkeit kann eine geringfügige Beschäftigung – umgangssprachlich auch Minijob genannt – sein.

Für Hartz-4-Empfänger wird Einkommen ab einer gewissen Grenze angerechnet.

Für Hartz-4-Empfänger wird Einkommen ab einer gewissen Grenze angerechnet.

Allerdings ist zu beachten, dass Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit grundsätzlich auf das Arbeitslosengeld 2 (ALG II) angerechnet wird. Die staatlichen Leistungen werden somit gesenkt, wenn ein Hartz-4-Empfänger Einkommen erwirtschaftet. Damit ein Anreiz zur Arbeitsaufnahme besteht, sind die Regelungen zur Berechnung von Hartz 4 und dem Einkommen jedoch so festgelegt, dass es sich lohnt, eine Arbeit aufzunehmen.

Rund um das Thema „Hartz 4 und Einkommen“ bestehen jedoch viele Fragen. Im folgenden Ratgeber erklären wir, was überhaupt als Einkommen gewertet wird. Außerdem gehen wir näher darauf ein, wie bei Hartz 4 die Anrechnung vom Einkommen genau erfolgt.

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Freibetrag aufs Einkommen

Hartz 4: Anrechenbares Einkommen

Ein Einkommen ist grundsätzlich alles, was in der Bedarfszeit – in der Regel der jeweilige Kalendermonat – zugeht. Mittel, die zuvor eingegangen sind und die in der Bedarfszeit nicht verwendet werden, zählen somit zum Vermögen.

Hinweis: Grundsätzlich müssen sämtliche Änderungen und Einnahmen dem Jobcenter gemeldet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie davon ausgehen, dass die Einnahmen nicht angerechnet werden müssen.

Was gilt als Einkommen und wird angerechnet?

Was gilt bei Hartz 4 als Einkommen?

Was gilt bei Hartz 4 als Einkommen?

Als Einkommen gewertet und einem Hartz-4-Empfänger auf die Leistungen angerechnet werden unter anderem die folgenden Posten:

  • Miet- und Pachteinnahmen,
  • alle Einnahmen aus selbstständiger sowie nicht selbstständiger Arbeit,
  • Kindergeld, sofern die Kinder mit im Haushalt leben,
  • Unterhaltszahlungen,
  • Kapitaleinkünfte (Zinsen),
  • Verletztenrente und Krankengeld.

Einmalige Einnahmen

Einmalige Einnahmen eines Hartz-4-Hilfebedürftigen, wie Steuerrückzahlung oder Weihnachtsgeld, können auf sechs Monate aufgeteilt werden und damit wird monatlich nur eine Teilsumme auf die Leistungen angerechnet. Dies ist laut § 11 Satz 3 SBG II jedoch nur dann möglich, wenn durch die Berücksichtigung in nur einem Monat der Leistungsanspruch entfiele. Ist dies nicht der Fall, wird die einmalige Einnahme normal auf das Einkommen eines Monats angerechnet.

Nicht berücksichtigt werden Erziehungsgeld, Grundrenten, Einnahmen aus Entschädigungen, die keinen Vermögensschaden (Schmerzensgeld) darstellen, der Auslandsverwendungszuschlag sowie der Leistungszuschlag für Soldaten.

Dasselbe gilt auch für die Eigenheimzulage, wenn sie vom Empfänger von ALG-2-Leistungen nachweislich zur Finanzierung einer selbst bewohnten, angemessenen Immobilie verwendet wird. Einnahmen bis 50 Euro jährlich sind anrechnungsfrei.

Wie wird bei Hartz 4 das Einkommen angerechnet?

Grundsätzlich gilt, dass die ersten 100 Euro, die Hartz-4-Empfänger durch eine Erwerbstätigkeit erhalten, anrechnungsfrei sind. Diesen Betrag dürfen Sie demnach voll behalten und haben damit monatlich mehr Geld zur Verfügung.

Hartz 4: Welches Einkommen dürfen Erwerbstätige haben?

Hartz 4: Welches Einkommen dürfen Erwerbstätige haben?

Des Weiteren wird für Hartz-4-Empfänger beim Einkommen ein weiterer Freibetrag angesetzt. Dieser variiert je nach Höhe der Entlohnung. Verdienen Personen zwischen 100 und 1.000 Euro monatlich – hierbei handelt es sich um den Bruttoverdienst – sind bis zu 20 Prozent anrechnungsfrei. Zusätzliches Einkommen bis zu 1.200 Euro wird bis zu einem Anteil von zehn Prozent nicht auf die Leistungen angerechnet.

Leistungsbezieher mit Kindern profitieren von einer Grenze, die bei 1.500 Euro liegt. Das Einkommen für Hartz-4-Empfänger mit Familie darf somit höher liegen als bei kinderlosen Leistungsbeziehern.

Der folgenden Liste können Sie Beispiele für anrechnungsfreie Beträge beim Hartz-4-Einkommen entnehmen:

  • Bei einem Bruttoverdienst von 100 Euro sind die kompletten 100 Euro anrechnungsfrei.
  • Liegt das Einkommen bei 400 Euro, so werden 160 Euro nicht angerechnet.
  • Verdienen Sie 1.000 Euro, dürfen Sie 280 Euro behalten.
  • Haben Sie Kinder und liegen bei einem monatlichen Bruttoverdienst von 1.500 Euro, werden 330 Euro nicht auf das ALG II angerechnet.

Verwertbares Vermögen

Festgeld, Bargeld, Sparguthaben, Wertpapiere, Kapitalversicherungen, Immobilien, Schenkungen und sonstige Geldanlagen zählen zum verwertbaren Vermögen. Dieses wird bei der Berechnung von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld berücksichtigt. Es ist für den Lebensunterhalt direkt verwendbar, auch wenn es durch Verkauf, Beleihung, Vermietung oder Verpachtung verbraucht wird. Solange ein verwertbares Vermögen vorhanden ist, gibt es kein ALG II oder Sozialgeld.

Wird ein Erbe als Einkommen bei Hartz 4 gewertet?

Ist der Erbfall, also nicht der Geldzufluss, zum Zeitpunkt des Bezugs von ALG II eingetreten, handelt es sich um eine einmalige Einnahme und nicht um Vermögen. Dabei spielen die Vermögensfreibeträge keine Rolle.

Nicht verwertbares Vermögen

Für Hartz-4-Empfänger wird Einkommen angerechnet. Nicht verwertbares Vermögen, z. B. ein Auto, wird jedoch nicht berücksichtigt.

Für Hartz-4-Empfänger wird Einkommen angerechnet. Nicht verwertbares Vermögen, z. B. ein Auto, wird jedoch nicht berücksichtigt.

Nicht verwertbares Vermögen ist sogenanntes Schonvermögen, dazu zählen:

  • ein angemessener Hausrat,
  • Eigentum, welches selbst genutzt wird (120 m² für eine Eigentumswohnung und 130 m² für ein Eigenheim),
  • Vermögen für eine Altersvorsorge,
  • das angesparte Vermögen der Riester-Rente,
  • ein angemessenes Auto pro Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft bis zu 7.500 Euro,
  • angespartes Schmerzensgeld,
  • bei ehemaliger Selbständigkeit: eine private Alterssicherung,
  • bei behinderten und pflegebedürftigen Personen: was zur Beschaffung und zum Erhalt eines angemessenen Hausgrundstücks benötigt wird,
  • und wenn durch Verkauf mit einem Verlust von mehr als zehn Prozent zu rechnen ist.

18 Gedanken zu „Hartz 4: Einkommen 2017 – Was wird angerechnet?

  1. Michael M.

    Hallo,
    man findet immer nix davon das Unterhalt den man zahlt vom Einkommen abzusetzen ist das ist eine Lücke. Titulierte Unterhaltszahlungen sind abzusetzen und was wenn es nur eine Vereinbarung über die Anwälte gibt und den Betrag zahlt.

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    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Michael,

      das ist korrekt, Unterhaltszahlungen sind in der Höhe des im Unterhaltstitel festgelegten Betrags vom Einkommen abzusetzen.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

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  2. Simone S.

    Hallo,

    Ich habe eine Frage. Mein Mann und ich sind in einer Bedarfsgemeinschaft. Ab 02.01.2017 fange ich einen Job für 23 Stunden wöchentlich an. Verdienst liegt bei ungefähr 900 Euro. Können sie mir sagen wie das mit der Berechnung im Jobcenter weitergeht? Bekomme ich von meinem Verdienst was abgezogen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Simone,

      bei einem Bruttoverdienst von 900 erhalten Sie einen Betrag von 100 Euro zunächst anrechnungsfrei. Für die restlichen 800 Euro bleibt Ihnen ein Freibetrag von 20%, das sind insgesamt 260 Euro, die Sie von Ihrem Gehalt behalten können. Der Rest wird in der Regel mit dem Hartz-4-Satz verrechnet.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

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  3. Janz

    Hallo,
    Darf der Durchschnitt des Einkommens aus den letzten 6 Monaten beim Erstantrag ALG 2 berechnet werden, wenn diese Einmalzahlungen wie Urlaubs- Weihnachtsgeld enthalten?

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    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Janz,

      einmalige Zahlungen wie beispielsweise Urlaubsgeld werden normalerweise nur in dem Monat berücksichtigt, in dem diese zugeflossen sind. Sollte dadurch der Hartz-4-Anspruch entfallen, können die Zahlungen auf sechs Monate aufgeteilt werden. In der Regel ist solch eine Rechnung also möglich.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

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  4. Kiki

    Ich habe vom 2.12.16 bis 27.12.16 alg1 bezogen welches allerdings erst am 3.1.17 ausgezahlt wurde (vorher 11 Monate Krankengeld, der alg1 Anspruch endete regulär am 27.12.16)
    Zum 1.1.17 habe ich alg2 beantragt.
    Nun wurde mir das alg1 von Dezember als einmaliges Einkommen im Januar angerechnet, ist das so möglich?

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    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Kiki,

      normalerweise wird Einkommen bei dem Bezug von Hartz 4 immer in dem Monat angerechnet, in dem es zufließt. Demnach ist die Anrechnung im Januar durch die Auszahlung des ALG 1 in ebenjenem Monat nachvollziehbar.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

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  5. Mirjam

    Hallo!
    Ich habe ein monatliches Praktikantengehalt von 100 Euro erhalten. In einem Monat hat mein Chef die Überweisung zu spät veranlasst, so dass sie erst Anfang des Folgemonats auf meinem Konto einging. Somit habe ich in dem Monat 2x Gehalt bekommen, aber eigentlich für zwei verschiedene Monate. Darf das Jobcenter mir jetzt wirklich 80 Euro abziehen?
    Danke!

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Mirjam,

      Einnahmen sind laut § 11 des Zweiten Sozialgesetzbuchs in dem Monat zu berücksichtigen, in dem sie zufließen. Aus diesem Grund ist es nachvollziehbar, dass das Jobcenter einen Teil Ihrer Einnahmen mit dem Hartz-4-Satz verrechnet. Sie können allerdings versuchen, noch einmal mit Ihrem Sachbearbeiter zu reden.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

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  6. Araia

    Hallo, ich bekomme Pflegegeld Stufe 1 für meinen behinderten Sohn (6j.). Wird das Geld was ich von der Pflegeversicherung berechnet ?

    Vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Araia,

      Pflegegeld wird in der Regel nicht als Einkommen beim Bezug von Hartz 4 gewertet.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

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  7. Jutta B.

    Ich habe eine frage wegen diesem Mehrbedarf ich bin zu 60 Prozent behindert bekomme aber nur den Mehrbedarf für alleinerziehende ist das so richtig

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Jutta,

      laut § 21 SGB 2 wird Behinderten ein Mehrbedarf von 35 % des Regelsatzes gewährt, wenn diese erwerbsfähig sind und Leistungen nach § 33 des SGB IX oder nach § 54 des SGB XII erhalten. Trifft dies auf Sie zu, können Sie einen entsprechenden Antrag stellen. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem Anwalt beraten.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

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  8. Jörg

    Was wird alles zu Hartz 4 angerechnet ,wenn meine Frau Erwerbsminderungsrente bekommt und ein geringfügiges Nebeneinkommen hat ?Bergner

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Jörg,

      normalerweise wird eine Rente in einer Bedarfsgemeinschaft als Einkommen auf den Hartz-4-Satz angerechnet. Gleiches gilt für das Nebeneinkommen, das Ihre Frau hat. Dabei sind die üblichen Freibeträge nach § 11b des SGB 2 zu berücksichtigen.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

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  9. Maria

    Hallo,
    ich bin alleinerziehende Studentin und habe kein Anrecht auf Hartz 4. Mein minderjähriger Sohn bezieht jedoch Hartz4. Bislang hatte ich persönlich kein anrechenbares Einkommen, will nun aber parallel zum Studium eine Arbeit aufnehmen, für 880 € Brutto.
    Würde bei der Neuberechnung des Bedarfes für mein Kind, mein Gehalt abzüglich der anrechnungsfreien Beträge (276€) anteilig zu 50 % dem Einkommen des Kindes zugerechnet werden?
    Oder gilt mein Verdienst für mich als Eigenbedarf, da es meine einzige finanzielle Einnahme wäre?

    Vielen Dank.

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Maria,

      bitte wenden Sie sich mit Ihrem speziellen Problem an Ihren Sachbearbeiter bzw. das für Sie zuständige Jobcenter.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

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