Grundsicherung im Alter – Wenn die Rente nicht ausreicht

Ein Schlagwort taucht in den letzten Jahren in Deutschland immer häufiger in der öffentlichen Diskussion auf: Altersarmut. Immer mehr ältere Menschen können von der gesetzlichen Rente allein nicht mehr leben. Besonders Menschen, die über einen längeren Zeitraum arbeitslos waren, Minijobber sowie Beschäftigte im Niedriglohnsektor sind betroffen.

Grundsicherung im Alter: Berechnung der Ihnen zustehenden Leistungen

Die Grundsicherung im Alter soll helfen, wenn die Rente nicht ausreicht.

Die Grundsicherung im Alter soll helfen, wenn die Rente nicht ausreicht.

Viele Jahre lang mussten Rentner, die ihren Lebensunterhalt nicht allein aus der Rente bestreiten konnten, Sozialhilfe beantragen. Da diese Leistungen von ihren Kindern wieder vom Staat zurückverlangt werden konnten, verzichteten jedoch viele darauf, einen Antrag zu stellen. Seit dem Jahr 2003 gibt es jedoch die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, welche zwei Jahre später in das Zwölfte Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) aufgenommen wurde.

Viele Betroffene wissen aber gar nicht, dass sie diese Leistungen in Anspruch nehmen können, wenn ihr Einkommen bzw. die Rente nicht ausreicht, um das alltägliche Leben zu finanzieren. Im folgenden Ratgeber erklären wir, wer Grundsicherung im Alter erhält und was beim Antrag zu beachten ist.

Wer hat Anspruch auf Grundsicherung im Alter?

Damit Sie Anspruch auf Grundsicherung im Alter haben, müssen Sie die Altersgrenze erreicht haben.

Damit Sie Anspruch auf Grundsicherung im Alter haben, müssen Sie die Altersgrenze erreicht haben.

Bei dieser Form der finanziellen Unterstützung handelt es sich um keine pauschal festgelegte Leistung. Vielmehr wird mit der Grundsicherung die Rente der jeweiligen Person aufgestockt.

Wie hoch der Betrag ausfällt, hängt zum einen davon ab, welche Kosten für Ihren Lebensunterhalt anfallen. Zum anderen ist Ihr Einkommen zu berücksichtigen. Die Differenz zwischen beiden Werten wird dann als Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ausbezahlt.

Sie müssen folgende Voraussetzungen erfüllen, damit Sie Anspruch darauf haben, Ihre Rente mit der Grundsicherung im Alter aufzustocken:

  • Gewöhnlicher Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland.
  • Niedriges Einkommen bzw. Vermögen, mit dem der Lebensunterhalt nicht vollständig gedeckt werden kann.
  • Erreichen der Altersgrenze.

Ab welchem Alter Personen Anspruch auf Grundsicherung im Alter haben, wurde durch die sukzessive Anhebung der Regelaltersgrenze ein wenig verkompliziert. Wurden Sie vor dem 1. Januar 1947 geboren, so gilt das Renteneintrittsalter von 65 Jahren. Ab dem Jahrgang 1964 gilt für alle Betroffenen die Altersgrenze von 67 Jahren. Wurden Sie zwischen 1947 und 1964 geboren, so können Sie der folgenden Tabelle entnehmen, ab wann Sie die Grundsicherung im Alter beanspruchen können:

GeburtsjahrAnhebung um MonateErrechnete Regelaltersgrenze
1947165 Jahre und 1 Monat
1948265 Jahre und 2 Monate
1949365 Jahre und 3 Monate
1950465 Jahre und 4 Monate
1951565 Jahre und 5 Monate
1952665 Jahre und 6 Monate
1953765 Jahre und 7 Monate
1954865 Jahre und 8 Monate
1955965 Jahre und 9 Monate
19561065 Jahre und 10 Monate
19571165 Jahre und 11 Monate
19581266 Jahre
19591466 Jahre und 2 Monate
19601666 Jahre und 4 Monate
19611866 Jahre und 6 Monate
19622066 Jahre und 8 Monate
19632266 Jahre und 10 Monate
ab 19642467 Jahre

Wie können Sie die Grundsicherung für Rentner beantragen?

Die Grundsicherung ist eine Hilfe für Rentner. Sie müssen alle zwölf Monate einen Folgeantrag stellen.

Die Grundsicherung ist eine Hilfe für Rentner. Sie müssen alle zwölf Monate einen Folgeantrag stellen.

Betroffene erhalten diese finanzielle Leistung nicht automatisch. Vielmehr müssen Sie für den Erhalt der Grundsicherung im Alter einen Antrag stellen. Wo ist dies jedoch möglich?

Sie haben zwei Möglichkeiten. Sie können die Formalitäten einerseits beim zuständigen Sozialamt im Bereich Grundsicherung klären.

Zum anderen ist es möglich, den Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung einzureichen. Diese leitet die Unterlagen dann an die Behörde weiter.

Wurde Ihrem Antrag auf Grundsicherung im Alter laut dem SGB XII stattgegeben, erhalten Sie diese Aufstockungsleistung für zwölf Monate. Läuft der Zeitraum ab, ist es nötig, einen Folgeantrag zu stellen. Da der Zuschuss zur Rente nicht rückwirkend gewährt wird, sollten Sie rechtzeitig daran denken, sich um den neuen Antrag zu kümmern.

Liegt Ihr Gesamteinkommen bei monatlich unter 789 Euro, sollten Sie laut Angaben der Deutschen Rentenversicherung prüfen lassen, ob Sie Anspruch auf die Leistungen der Grundsicherung im Alter nach SGB XII haben.

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