Hartz-4-Bescheid erhalten? Das sollte drinstehen!

Haben Sie einen Antrag auf die Gewährung von Arbeitslosengeld II gestellt, so lässt eine Antwort vom Jobcenter in der Regel einige Tage auf sich warten. Zunächst muss Ihr Antrag geprüft werden, bevor Ihnen Leistungen bewilligt werden können.

Wurde über Ihre Hilfebedürftigkeit entschieden, erhalten Sie in der Regel einen ALG-2-Bescheid, der Ihnen nach Hause geschickt wird. Dort steht schwarz auf weiß geschrieben, welche Leistungen Ihnen zustehen und wie sich diese aus dem Regelsatz, den Kosten für die Unterkunft und Heizung sowie eventuell gewährten Mehrbedarfen zusammensetzen.

Ein Hartz-4-Bescheid ist gar nicht so kompliziert, wie es zunächst scheint.

Ein Hartz-4-Bescheid ist gar nicht so kompliziert, wie es zunächst scheint.

Aber was genau muss in einem solchen Bescheid sonst noch stehen? Wie lange darf der Hartz-4-Bescheid auf sich warten lassen? Und welche Möglichkeiten haben Sie, wenn der Hartz-4-Bescheid falsch berechnet wurde? Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Ratgeber!


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Den Hartz-4-Bescheid verstehen: Was muss er beinhalten?

Ein Hartz-4-Bescheid, den Sie vom Jobcenter erhalten, hat normalerweise zwei bis drei Seiten. Auf diesen sind folgende Punkte verzeichnet:

  • Adresse und Bedarfsgemeinschaftsnummer des Antragstellers,
  • Gesamtbetrag für alle Personen in der Bedarfsgemeinschaft,
  • Einzelaufstellung der Personen und ihrer Bedarfe,
  • Leistungsempfänger (Antragsteller, Vermieter, o.ä.),
  • Versicherungszahlungen,
  • Rechtsbehelfsbelehrung.
Im ALG-2-Bescheid wird angegeben, wie viel Geld Ihnen monatlich ausgezahlt wird.

Im ALG-2-Bescheid ist angegeben, wie viel Geld Ihnen monatlich ausgezahlt wird.

Auf den ersten zwei Seiten ist neben den allgemeinen Angaben wie Ihrer Adresse und der Bedarfsgemeinschaftsnummer die Gesamthöhe der Zahlungen angegeben, die das Jobcenter Ihnen und Ihrer Familie monatlich vom Jobcenter auszahlt.

Zudem ist angegeben, für welchen Zeitraum diese geleistet werden. Der Bewilligungszeitraum beträgt normalerweise ein Jahr, das heißt, dass Ihnen durch den Bescheid für zwölf Monate eine finanzielle Unterstützung gewährt wird.

Nach diesem ist ein neuer Antrag bzw. ein Weiterbewilligungsantrag nötig. Es folgt eine Übersicht über die Personen in Ihrer Bedarfsgemeinschaft und welche einzelnen Sätze diesen zustehen. Danach wird aufgelistet, wem die Zahlungen zukommen. Denn: Die Kosten für die Unterkunft und Heizung werden in gewissen Fällen auch direkt an den Vermieter überwiesen.

Ist das der Fall, so wird dieser im Hartz-4-Bescheid ebenfalls als Zahlungsempfänger gelistet. Wenn Sie Ihre Miete selbst an den Vermieter überweisen, wird aufgelistet, welche Beträge Ihnen für die Miete und die Nebenkosten zustehen. Danach folgt die Auflistung der Versicherungsbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und an welche Krankenkasse diese gezahlt werden.

Ebenfalls wird ein Hinweis auf die Rentenversicherung gegeben und dass eine Prüfung der Anrechnungszeiten stattfindet. Am Ende vom Hartz-4-Bescheid muss immer eine Rechtsbehelfsbelehrung stehen. So wird der zukünftige ALG-2-Empfänger darüber informiert, welche rechtlichen Schritte er gegen den vom Jobcenter ausgestellten Bescheid einleiten kann.

Als Anlagen werden dem Hilfebedürftigen dann die Erklärung für die GEZ-Befreiung, die genaue Berechnung sowie eine zum Hartz-4-Bescheid eventuell nötige Erklärung mitgeschickt. Brauchen Sie Hilfe bei einem Hartz-4-Bescheid, so können die ergänzenden Erläuterungen helfen.

Beachten Sie bitte, dass bei einer weiteren Bewilligung von Hartz 4 über den ersten Bewilligungszeitraum hinaus ein Weiterbewilligungsantrag (WBA) gestellt werden muss. Dieser wird Ihnen – normalerweise – vor Ablauf des Bewilligungszeitraums zugeschickt. Sie können den Antrag allerdings auch direkt online ausdrucken oder bei Ihrem Jobcenter abholen, um ihn auszufüllen. Auch in diesem Fall wird Ihnen bei einer fortlaufenden Bewilligung von Hartz 4 ein Bescheid zugeschickt, der Sie über Ihre Leistungsbewilligung aufklärt.

Hartz-4-Bescheid: Wann kommt das Geld?

Viele Hartz-4-Empfänger – besonders, wenn sie sich in akuter Geldnot befinden oder schnell die Miete zahlen müssen – fragen sich oft, wann der Hartz-4-Bescheid vom Jobcenter ausgeschickt wird. In der Regel ist hier von zwei bis vier Wochen auszugehen, allerdings ist dieser Zeitraum von Jobcenter zu Jobcenter unterschiedlich und hängt auch davon ab, wie viele Anträge vom Sachbearbeiter geprüft werden müssen.

Bei einem Hartz-4-Bescheid ist die Dauer der Bearbeitung also nicht genau vorherzusagen. Einen Weiterbewilligungsantrag (WBA) sollten Sie spätestens einen Monat vor Ablauf des Bewilligungszeitraums stellen, damit Ihnen keine finanzielle Lücke durch die Bearbeitungszeit entsteht. Dieser wird Ihnen in den meisten Fällen auch direkt vom Jobcenter rechtzeitig zugestellt.

Wichtig für alle Hartz-4-Empfänger ist: Ihr Geld bekommen Sie ab dem 1. des Monats der Antragstellung, wenn im gesamten Monat schon eine Hilfebedürftigkeit vorlag. Sollte die Bearbeitung vom Hartz-4-Bescheid also etwas länger dauern, wird Ihnen in jedem Fall eine rückwirkende Zahlung bis zum Antragsmonat geleistet.

Kann ein Hartz-4-Bescheid fehlerhaft sein?

Ein Hartz-4-Bescheid kann Fehler aufweisen, die unter Umständen einen Widerspruch rechtfertigen.

Ein Hartz-4-Bescheid kann Fehler aufweisen, die unter Umständen einen Widerspruch rechtfertigen.

Oft erhalten Antragsteller statt eines Hartz-4-Bescheides, der Angaben zur Leistungsbewilligung enthält, lediglich eine Absage vom Jobcenter.

Wird Ihnen solch ein Bescheid ausgestellt, der keine Bewilligung von Hartz 4 enthält oder denken Sie, Ihr ALG-2-Satz wurde falsch berechnet, so haben Sie das Recht, den Hartz-4-Bescheid von einem Anwalt für Sozialrecht oder einer Beratungsstelle prüfen lassen.

Ein Experte kann Ihnen helfen, wenn Sie sich ungerecht behandelt fühlen und denken, dass Ihnen normalerweise andere Leistungen zustehen sollten. Selbstverständlich können Sie auch auf eigene Faust überprüfen, ob der Hartz-4-Bescheid tatsächlich korrekt ist.

Sollten Sie sicher ein, dass dem Jobcenter ein Fehler bei der Berechnung unterlaufen ist, können Sie Widerspruch gegen den Bescheid einlegen. Aus diesem Grund wird im Hartz-4-Bescheid auch immer eine Rechtsbehelfsbelehrung angegeben. Typische Fehler in der Berechnung können zum Beispiel folgende sein:

  • Verwehrung eines Mehrbedarfs,
  • falsche Berechnung der Kosten für die Unterkunft und Heizung,
  • falsche Einkommensanrechnung,
  • fehlerhafter Gesamtbetrag.

Beachten Sie, dass ein Widerspruch gegen eine falsche Berechnung des Hartz-4-Bedarfs häufig erfolgreich ist. Laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit wurde im Dezember 2016 in ganz Deutschland etwa 20.750 Widersprüchen (teilweise) stattgegeben, davon 7.305 aufgrund einer fehlerhaften Rechtsanwendung. Ein Widerspruch gegen den Hartz-4-Bescheid kann sich also in einigen Fällen durchaus lohnen.

Hartz-4-Bescheid: Ein Muster kann helfen

Den Hartz-4-Bescheid zu verstehen, ist gar nicht so schwer.

Den Hartz-4-Bescheid zu verstehen, ist gar nicht so schwer.

Um zu verstehen, wie ein Hartz-4-Bescheid aussehen sollte und welche Berechnung dem Bescheid zugrunde liegt, hat die Bundesagentur für Arbeit ein Muster bereitgestellt. Dieses macht deutlich, welche Angaben er unbedingt enthalten sollte.

Zudem ist eine Beispielrechnung des Bescheides gegeben, die dem Hartz-4-Empfänger verdeutlichen soll, wie sich der Gesamtbetrag zusammensetzt. Wissen Sie nicht genau, wie ein Hartz-4-Bescheid aussieht bzw. was die einzelnen aufgelisteten Beträge der Bescheide bedeuten, ist ebenfalls eine Erklärung dafür vorgegeben. Zu finden sind die Beispiele für alle Seiten des Bescheids hier:

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