Kostenübernahme für Verhütungsmittel: Können Hartz-4-Empfänger Kosten absetzen?

Es gibt viele Verhütungsmittel, die von Frauen, aber auch von Männern genutzt werden können, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Neben den bekannten Mitteln wie Kondomen oder der Antibabypille gibt es auch Methoden, die noch deutlicher ein Loch in den Geldbeutel reißen. Und obwohl die Kosten für Verhütungsmittel die für die Erziehung und Pflege eines Kindes nicht übertreffen, so können sie doch trotzdem eine große finanzielle Belastung für Hartz-4-Empfänger darstellen. Denn manchmal ist die Familienplanung einfach schon abgeschlossen.

Eine Kostenübernahme für Verhütungsmittel bei Hartz-4-Anspruch kann stattfinden - wenn sie ärztlich verordnet wurden.

Eine Kostenübernahme für Verhütungsmittel bei Hartz-4-Anspruch kann stattfinden – wenn sie ärztlich verordnet wurden.

Aus diesem Grund wird bei hilfebedürftigen ALG-2-Empfängern – besonders bei Frauen – oft die Frage laut, inwiefern eine Kostenübernahme für Verhütungsmittel bei Hartz-4-Bezug erfolgen kann. Unser Ratgeber klärt Sie über Ihre Rechte auf.

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Pille Dreimonatsspritze

Hartz 4: Werden Verhütungsmittel vom Jobcenter gezahlt?

Grundsätzlich gilt: Eine Kostenübernahme für Verhütungsmittel wie zum Beispiel die Pille ist für Hartz-4-Empfänger normalerweise nicht möglich. Dies ist nur dann der Fall, wenn eine ärztliche Verordnung die Verhütungsmittel vorschreibt. Dies ergibt sich aus § 49 des Zwölften Sozialgesetzbuchs. Dieser regelt:

Die Kosten für empfängnisverhütende Mittel werden übernommen, wenn diese ärztlich verordnet worden sind.

Hierfür muss allerdings ein entsprechender Antrag gestellt werden. Liegt keine ärztliche Anordnung vor, kann in der Regel auch keine Kostenübernahme für Verhütungsmittel bei Hartz-4-Bezug erfolgen. Denn hierfür gibt es keine gesetzliche Grundlage.

Gibt es eine andere Möglichkeit, Kosten erstattet zu bekommen?

Hartz 4: Kosten für Verhütungsmittel werden in Hannover und Berlin bereits ohne Anordnung übernommen.

Hartz 4: Kosten für Verhütungsmittel werden in Hannover und Berlin bereits ohne Anordnung übernommen.

Wie bereits erwähnt, bietet das Jobcenter normalerweise keine Kostenübernahme für Verhütungsmittel bei Hartz-4-Empfängern an.

Allerdings gibt es trotzdem eine Möglichkeit, einen Zuschuss zu erhalten.

Denn: In vielen Gebieten können Hilfebedürftige einen Antrag auf Kostenübernahme beim Sozial- bzw. Gesundheitsamt stellen.

Das ist beispielsweise in Hannover oder Berlin bereits der Fall.

Hier können sowohl Kosten für die Pille als auch für Kondome, die Spirale, die Dreimonats­spritze oder andere Verhütungsmethoden übernommen werden. Voraussetzungen dafür sind allerdings folgende:

  • Sie sind älter als 20 Jahre,
  • Sie überschreiten eine gewisse Einkommensgrenze nicht (sind z. B. ALG-2-Empfänger, auf BAföG oder Wohngeld angewiesen),
  • und haben Ihren Wohnsitz entweder in Hannover oder Berlin.

Je nachdem, in welcher Stadt Sie wohnhaft sind, können Sie entweder in Hannover oder Berlin einen Antrag auf die Kostenübernahme für Verhütungsmittel bei Hartz-4-Empfang stellen. Andere Städte in Deutschland bieten die Übernahme bislang nicht oder nur in Ausnahmefällen an (Stand: März 2017).

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