Dürfen Hartz-IV-Empfänger Lotto spielen?

Das Glücksspiel erfreut sich großer Beliebtheit: Von Sportwetten bis hin zu Rubbellosen sind unzählige Formen denkbar. Eines haben diese Spiele alle gemeinsam: Den Traum, einen Jackpot zu knacken und somit zu Reichtum zu gelangen. Doch wie verhält es sich mit Hartz-IV-Empfängern? Ist Lottospielen verboten?

Trotz Hartz 4: Ein Lottogewinn ist für viele ein großer Traum. Doch dürfen Menschen, die ALG II beziehen, überhaupt am Glücksspiel teilnehmen?

Trotz Hartz 4: Ein Lottogewinn ist für viele ein großer Traum. Doch dürfen Menschen, die ALG II beziehen, überhaupt am Glücksspiel teilnehmen?

Neben den erträumten Gewinnchancen sieht die Realität oft ernüchternder aus: Die Einsätze gehen verloren und reißen ein großes Loch in die Haushaltskasse. Im Regelbedarf des ALG II sind Wett- bzw. Glücksspieleinsätze nicht vorgesehen. Doch kommt dies auch tatsächlich einem Verbot gleich?

Dieser Frage soll der nachfolgende Ratgeber auf den Grund gehen. Außerdem erfahren Sie, wie eventuelle Gewinne im Lotto bei Hartz-4-Empfängern angerechnet werden können.

Kann Hartz-IV-Empfängern ein Lottoverbot auferlegt werden?

Bei einem Lottogewinn können die Hartz-IV-Leistungen gekürzt werden.

Bei einem Lottogewinn können die Hartz-IV-Leistungen gekürzt werden.

Grundsätzlich kann jeder Mensch an Glücksspielen teilnehmen, sofern er es sich leisten kann. So können also auch Hartz-4-Empfänger Lotto spielen und auf einen großen Gewinn hoffen. Ein Versuch, ALG-II-Empfänger von Sportwetten und Glücksspiels auszuschließen, scheiterte 2011:

Ein Wettanbieter wollte durchsetzen, dass Konkurrenten nur Wetten von Spielern annehmen dürfen, die vorher auf ihre finanzielle Situation überprüft worden sind. Der Versuch scheiterte, da das Oberlandesgericht Köln zu dem Urteil kam, dass eine solche umfangreiche Prüfung für die Wettanbieter nicht zumutbar sei.

So verhält es sich auch beim Lotto: Ein Hartz-IV-Empfänger kann den Schein ganz normal ausfüllen und an dem Gewinnspiel teilnehmen.

Hartz-IV-Empfänger und Lottogewinn: Wird dieser angerechnet?

Doch wie verhält es sich nun, wenn ein Hartz-IV-Beziehender im Lotto gewinnt?

Grundsätzlich handelt es sich dabei um ein zusätzliches Einkommen, welches Sie dem Jobcenter oder der Agentur für Arbeit in jedem Fall melden müssen. Je nach Höhe des Geldpreises, kann dieser auch auf Ihre Leistungen angerechnet werden.

Ein prominentes Beispiel ist Dennis Krause, ein Hartz-IV-Empfänger, dessen Lottogewinn knapp 10.000 Euro betrug. Dieses zusätzliche Einkommen meldete er beim zuständigen Jobcenter. Daraufhin ging ein Bescheid des Jobcenters bei Krause ein, welches in aufforderte, selbst für seinen Lebensunterhalt aufzukommen.Diese Eigenleistung sollte über zehn Monate erbracht werden – damit wäre der gesamte Lottogewinn aufgebraucht gewesen. Allerdings schreibt das Sozialgesetzbuch II vor, dass einmalige Einnahmen (also auch, wenn Hartz-4-Bezieher im Lotto gewinnen), nur sechs Monate lang auf die Leistungen anzurechnen sind.

Für Krause blieb somit ein Betrag von etwa 4.500 Euro übrig, über den er steuerfrei verfügen kann.

Als Hartz-IV-Empfänger Lotto zu spielen, ist nicht verboten.

Als Hartz-IV-Empfänger Lotto zu spielen, ist nicht verboten.

Bei einem Lottogewinn können die Hartz-IV-Leistungen also wegfallen, wenn der Betrag entsprechend hoch ist. Dies ist allerdings nur über einen Zeitraum von sechs Monaten zulässig. In jedem Fall muss ein Gewinn beim Glücksspiel als eine einmalige Einnahme beim Jobcenter angegeben werden.

Fazit: Darf man als Hartz-IV-Empfänger Lotto spielen und die Gewinne behalten?

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Hartz-IV-Beziehende sowohl Lotto als auch andere Glücksspielangebote wahrnehmen dürfen. Dabei müssen die Finanzen selbst überblickt werden, wird das ALG II verzockt, gibt es keine zusätzlichen Zahlungen. Werden Gewinne erzielt, müssen diese dem Jobcenter als einmalige Einnahmen angegeben werden. Im Zuge dessen können die Geldpreise zu einer Kürzung der Leistungen führen, sofern sie den Lebensunterhalt teilweise oder sogar gänzlich abdecken.

Dasselbe gilt im Übrigen auch für Sachpreise. Diese können ebenfalls auf die Leistungen angerechnet werden und müssen in jedem Fall gemeldet werden.

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