Mit dem Sozialticket Vergünstigungen des öffentlichen Nahverkehrs nutzen

Für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist die persönliche Mobilität von großer Bedeutung. In den seltensten Fällen befinden sich Arbeitsstelle, Einkaufmöglichkeiten oder Ärzte in unmittelbarer Nähe der eigenen Wohnung. Für einkommensschwache Personen ist ein eigenes Auto aber häufig unerschwinglich und auch die Preise für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) können schnell ein Loch in die Haushaltskasse reißen.

Mit dem Sozialticket erhalten beispielsweise Hartz-IV-Empfänger Vergünstigungen für den ÖPNV.

Mit dem Sozialticket erhalten beispielsweise Hartz-IV-Empfänger Vergünstigungen für den ÖPNV.

Der Hartz-IV-Regelsatz umfasst verschiedene Kostenbereiche. Neben Bekleidung, Gesundheitspflege, Strom oder Nahrungsmitteln gehört auch das Thema Verkehr dazu. Doch dieser Betrag reicht in den wenigsten Fällen dafür aus, dass Hartz-4-Empfänger eine Monatskarte oder andere Tickets für Bus und Bahn bezahlen können.

Damit es beispielsweise auch Hartz-IV-Empfängern möglich ist, den ÖPNV zu nutzen, bieten viele Städte ein sogenanntes Sozialticket an. Erfahren Sie im folgenden Ratgeber alles Wissenswerte rund um dieses Thema.

Was ist das Sozialticket überhaupt?

Viele Verbände sehen es als besonders sozial an, ein Ticket speziell für einkommensschwache Personen anzubieten.

Viele Verbände sehen es als besonders sozial an, ein Ticket speziell für einkommensschwache Personen anzubieten.

Viele deutsche Städte – unter anderem Berlin, Stuttgart, Bielefeld, Gelsenkirchen, Freiburg und Erfurt – bieten ein sogenanntes Sozialticket an. Hierbei handelt es sich um eine vergünstigte Fahrkarte für Busse, Straßen- oder U-Bahnen des öffentlichen Personennahverkehrs.

Damit ein Sozialticket in einer Stadt überhaupt eingeführt werden kann, muss der Kreis-, Gemeinde- oder Stadtrat darüber abstimmen. Vielerorts ist es nicht einfach, einen solchen Vorschlag in die Tat umzusetzen, kommen doch mit dem Sozialticket, welches nur durch Zuschüsse finanziert werden kann, große Kosten auf. Eine solche Belastung kann auf Grund der oftmals angespannten Haushaltslage nicht von jeder Gemeinde getragen werden.

Wenn Sie sich darüber informieren möchten, ob auch in Ihrer Stadt Hartz-4-Empfänger diese Fahrkarte erwerben können, haben Sie die Möglichkeit, sich an die zuständige Behörde zu wenden.

In den meisten Fällen ist dies entweder das Jobcenter, das Bürger- oder Sozialamt.

Auch auf den Webseiten der Stadtverwaltungen finden Sie meist umfangreiches Informationsmaterial.

Das Sozialticket ist eine freiwillige Leistung, die nicht von jeder Stadt bzw. Gemeinde angeboten werden muss. Aus Geldmangel wird es deshalb vielerorts abgelehnt.

Wer kann ein Sozialticket beantragen?

Das Sozialticket und die damit verbundene ermäßigte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ist nur bestimmten Bevölkerungsgruppen vorbehalten.

In der Regel sind dies die folgenden:

  • Empfänger von Sozialhilfe nach dem SGB XII (SGB steht für Sozialgesetzbuch)
  • Leistungen der Grundsicherung für Arbeitslose und Sozialgeld nach dem SGB II („Hartz IV”)
  • Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
  • Empfänger von Wohngeld
  • Leistungsberechtigte nach dem Bundesversorgungsgesetz

Je nach Stadt, Gemeinde oder Kreis kann dies jedoch variieren. Die für Sie zuständige Behörde kann Ihnen Auskunft darüber erteilen, ob Sie dazu berechtigt sind, vergünstigte Tickets zu beantragen.

Für Kinder gibt es meist keine speziellen vergünstigten Tickets. Stattdessen können Eltern eine Erstattung von Beförderungskosten gemäß dem Bildungspaket beantragen.

Der ÖPNV ist in Deutschland in den Großstädten häufig besonders gut ausgebaut und Busse, Straßen- sowie U-Bahnen bedienen in meist kurzen Abständen bis in die Abend- oder Nachtstunden ihre Linien. In kleineren Städten und vor allem auf dem Land ist dies aber auf Grund der wenigen Fahrgäste kaum gegeben. Ein Sozialticket, sofern ein solches überhaupt angeboten wird, macht dann nur wenig Sinn. Kritiker fordern, dass der ÖPNV in diesen Gegenden durch Bürgerbusse oder Anrufsammeltaxis flexibler aufgestellt wird, damit auch dort niemand in seiner persönlichen Mobilität eingeschränkt wird.

Sozialticket – Für den Antrag werden Nachweise benötigt

Wenn Sie ein Sozialticket beantragen möchten, müssen Sie Nachweise erbringen.

Wenn Sie ein Sozialticket beantragen möchten, müssen Sie Nachweise erbringen.

Damit Personen die Vergünstigungen für Fahrkarten des ÖPNV nutzen können, muss vielerorts zunächst ein Antrag für das Sozialticket bei der zuständigen Behörde – etwa dem Jobcenter, Bürgerbüro oder Sozialamt – gestellt werden. Als Nachweis über die Berechtigung müssen Sie einen aktuellen und gültigen Leistungsnachweis einreichen.

In vielen Orten müssen Sie außerdem einen sogenannten Berechtigtenausweis vorlegen, um die Vergünstigung des ÖPNV durch das Sozialticket in Anspruch nehmen zu können. In Berlin heißt dieser zum Beispiel „Berlin-Pass“. Beziehen Sie gewisse Sozialleistungen, können Sie bestimmte Angebote der Stadt vergünstigt oder kostenlos nutzen. Hierzu gehören unter anderem Museen, Schwimmbäder, Bibliotheken oder Kurse der Volkshochschule.

Um einen solchen Berechtigtenausweis zu beantragen, benötigen Sie vielerorts einen Bescheid über den Bezug von Sozialleistungen sowie einen Personalausweis oder Reisepass. Da der Ausweis personengebunden ist, wird oftmals außerdem ein Passfoto verlangt. Des Weiteren muss Ihr Hauptwohnsitz in der entsprechenden Stadt liegen.

Manche Verbände kritisieren, dass auch ein Sozialticket meist noch für einkommensschwache Personen zu teuer ist und sie dieses vom Regelsatz nicht bezahlen können. So ist ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nur schwer möglich. Aus diesem Grund wird ein fahrscheinfreier Nahverkehr gefordert, der durch eine Abgabe von allen Bürgerinnen und Bürgern finanziert werden soll.

Welche Regeln gelten für die Sozialfahrkarte?

Vielerorts müssen Sie verschiedene Dokumente mit sich führen, wenn Sie das Sozialticket nutzen. Nur so kann bei einer Kontrolle sichergestellt werden, dass Sie das meist personengebundene Ticket auch wirklich nutzen dürfen. Hierzu gehören in vielen Städten:

  • Berechtigtenausweis
  • Wertmarke/Ticket
  • Lichtbildausweis (z. B. Personalausweis oder Führerschein
In vielen Städten wird die Monatskarte für Hartz-4-Empfänger vergünstigt angeboten.

In vielen Städten wird die Monatskarte für Hartz-4-Empfänger vergünstigt angeboten.

Die Wertmarken, die das eigentliche Ticket darstellen, erhalten Sie meist bei den zuständigen Verkehrsbetrieben oder an Verkaufsautomaten. Die Monatskarten werden in den häufigsten Fällen jedoch nicht als Abo angeboten, weshalb Sie jeden Monat ein neues Ticket kaufen müssen.

Je nach Verkehrsverbund kann der Geltungsbereich der Tickets eingeschränkt werden. In größeren Städten gilt das Sozialticket meist nur in bestimmten Tarifzonen. Und auch in kleineren Orten ist die Fahrt außerhalb der Stadtgrenze häufig nicht mehr im Preis inbegriffen. Vielerorts werden trotzdem weitere Vergünstigungen gewährt, wenn Sie den Geltungsbereich verlassen. In einem solchen Fall können Sie oftmals neben dem Sozialticket ein Zusatzticket erwerben, welches die Weiterfahrt für einen günstigen Preis möglich macht.

Kann man auf dem Sozialticket jemanden mitnehmen?

Viele Menschen, die sich für ein Sozialticket interessieren, stellen sich folgende Frage: „Kann man mit dem Sozialticket etwa am Wochenende jemanden mitnehmen?“. Meist ist die vergünstigte Monatskarte für Hartz-4-Empfänger oder sonstige Berechtigte nicht auf andere Personen übertragbar.

In vielen Städten ist es jedoch möglich, bis zu drei Kinder kostenfrei mitzunehmen. Mancherorts ist dies jedoch auf die Abendstunden – meist ab 19 Uhr – sowie die Wochenenden und gesetzlichen Feiertage beschränkt. Nähere Informationen zur Gültigkeit der Tickets erhalten Sie bei den zuständigen Verkehrsbetrieben.

2 Gedanken zu „Mit dem Sozialticket Vergünstigungen des öffentlichen Nahverkehrs nutzen

  1. Regina H.

    Sorry …..
    Keine Arbeit, ich werde nicht angenommen,
    Jobcenter Finder kein Job für mich,
    Das Geld reicht vorne und hinten nicht
    Ich muss dreimal rechnen bevor ich essen kaufen kann,
    Dann bleibt mir nicht anderes übrig als schwärz zu fahren um Job zu suchen.
    Wie wärs mit zehn Euro tickt evtl.
    Viel betteln ja schon an den u Bahn steigen nach Ticket, auch da handele ich ohne Ende.
    Mit der Bitte um freundliche Unterstützung meines Staates !
    Regina Harvey

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Regina,

      wenn Sie das Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel zur Jobsuche benötigen, haben sie in der Regel auch einen Anspruch auf eine Erstattung der Kosten. Sprechen Sie darüber bitte mit Ihrem Sachbearbeiter.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

      Antworten

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