Arbeitslosengeld 1: Wann Sie Anspruch auf die Leistung haben

Wird ihr befristetes Beschäftigungsverhältnis nicht verlängert oder Sie werden gekündigt und finden im Anschluss nicht direkt eine neue Beschäftigung, sind Sie arbeitslos. Damit auch während der Arbeitslosigkeit Miete, Strom, Lebensmittel und sonstige Fixkosten bezahlt werden können, besteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld 1.

Wann habe ich Anspruch auf Arbeitslosengeld 1? Mehr dazu lesen Sie hier!

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Aber welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit Sie einen Arbeitslosengeld-1-Anspruch haben? Wie lange kann ALG 1 bezogen werden? Wie hoch ist die Leistung überhaupt? Mehr dazu lesen Sie im folgenden Ratgeber.

Kurz & bündig: Das Wichtigste zum Arbeitslosengeld-1-Anspruch

  1. Einen Anspruch auf ALG 1 haben Sie, wenn Sie arbeitslos sind und innerhalb der letzten zwei Jahre für mindestens zwölf Monate ein versicherungspflichtiges Arbeitsentgelt erzielten.
  2. Der Arbeitslosengeld-1-Anspruch erstreckt sich, je nach der Dauer des versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses, über ein Jahr.
  3. Wie hoch das Arbeitslosengeld 1 ausfällt, richtet sich nach dem monatlichen Arbeitsentgelt der letzten 12 Monate. 60 % davon werden gezahlt, wenn der Antragsteller keine Kinder hat und 67 % zahlt die Agentur für Arbeit, wenn Kinder berücksichtigt werden.

Wer hat Anspruch auf Arbeitslosengeld 1?

Bei Eintritt in die Arbeitslosigkeit erhalten ehemalige Arbeitnehmer das Arbeitslosengeld der deutschen Arbeitslosenversicherung. Damit die Leistung von der Agentur für Arbeit gezahlt wird, müssen entsprechende Voraussetzungen erfüllt werden.

Grundsätzlich gilt es zwischen dem Arbeitslosengeld (ALG) I und dem ALG 2 bzw. Hartz 4 zu unterscheiden. Beim Arbeitslosengeld 1 handelt es sich um eine befristete Leistung, die sich am vorausgegangenen Arbeitsentgelt orientiert. Hartz 4 ist eine unbefristete Leistung, die der Grundsicherung von Arbeitslosen und Arbeitssuchenden dient.

Aber welche Personen haben eigentlich einen Arbeitslosengeld-1-Anspruch? Der ALG-I-Anspruch ergibt sich aus § 137 Sozialgesetzbuch (SGB) III. Grundsätzlich müssen Sie arbeitslos sein. Dies setzt voraus, dass Sie weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten.

ALG-1-Anspruch: Die Dauer der Leistung bemisst sich anhand der versicherungspflichtigen Beschäftigungszeit.

ALG-1-Anspruch: Die Dauer der Leistung bemisst sich anhand der versicherungspflichtigen Beschäftigungszeit.

Außerdem ist es wichtig, dass Sie vor der Arbeitslosigkeit versicherungspflichtig beschäftigt waren. Dies ist bei einem Minijob beispielsweise nicht der Fall. Mindestens 12 Monate während der letzten zwei Jahre sollten Sie in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.

Unter bestimmten Umständen gelten auch abweichende Voraussetzungen. Zum Beispiel kann auch bei einer kurzen Anwartschaftszeit ein Arbeitslosengeld-1-Anspruch geltend gemacht werden. Auf Details gehen wir im Verlauf dieses Ratgebers näher ein.

Arbeitslosen können auch Ersatzzeiten auf den Arbeitslosengeld-I-Anspruch angerechnet werden. Dazu zählen beispielsweise der Wehrdienst, Mutterschaft und Kindererziehung, Krankengeldbezug sowie der Jugendfreiwilligen- und Bundesfreiwilligendienst. Wichtig ist zudem auch, dass Sie sich persönlich arbeitslos gemeldet haben.

Übrigens: Wenn Ihr befristeter Arbeitsvertrag ausläuft oder Sie davon ausgehen, dass Sie gekündigt werden, sollten Sie sich spätestens drei Monate vor dem Ende Ihrer Beschäftigung arbeitsuchend melden. Haben Sie erst später von der Entlassung erfahren, gilt eine Frist von drei Tagen nach Kenntnis.

Ab wann hat man Anspruch auf Arbeitslosengeld 1?

Je nachdem, wie lange der Arbeitnehmer in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis war, ergibt sich für den ALG-1-Anspruch eine unterschiedliche Dauer. Sind die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, besteht ein Arbeitslosengeld-1-Anspruch.

Wie lange die Leistung gezahlt wird, können Sie anhand der folgenden Tabelle einsehen:

BeschäftigungsdauerArbeitslosengeld-1-Anspruch
12 Monate6 Monate
16 Monate8 Monate
20 Monate10 Monate
24 Monate12 Monate
30 Monate (ab 50 Jahren)15 Monate
36 Monate (ab 55 Jahren)18 Monate
48 Monate (ab 58 Jahren)24 Monate
Der Arbeitslosengeld-1-Anspruch richtet sich nach Art und Dauer der vorangegangenen Beschäftigung.

Der Arbeitslosengeld-1-Anspruch richtet sich nach Art und Dauer der vorangegangenen Beschäftigung.

Damit diese Anwartschaftszeiten erfüllt werden, rechnet die Agentur für Arbeit auch die Zeit im Zivil- oder Wehrdienst sowie die Zeiten während des Bezugs von Mutterschaftsgeld, Krankengeld, Verletztengeld sowie Übergangsgeld und Pflegeunterstützungsgeld. Auch Kindererziehungszeiten werden hinzugerechnet, sofern das Kind das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Grundsätzlich können Sie auch einen Arbeitslosengeld-1-Anspruch haben, wenn Sie innerhalb der letzten zwei Jahre weniger als 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt waren. Die kurze Anwartschaftszeit kann erfüllt werden, wenn

  • Sie innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Arbeitslosmeldung und vor Beginn der Arbeitslosigkeit mindestens sechs Monate in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis standen,
  • es sich dabei überwiegend um Beschäftigungsverhältnisse handelte, die auf nicht mehr als zehn Wochen befristet waren,
  • das Bruttoarbeitsentgelt der letzten 12 Monate die Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV nicht überstiegen hat und
  • Sie diesen Sachverhalt der Agentur für Arbeit darlegen und nachweisen können.

Bei der kurzen Anwartschaftszeit ergibt sich für den ALG-1-Anspruch folgende Tabelle:

BeschäftigungsdauerArbeitslosengeld-1-Anspruch
6 Monate3 Monate
8 Monate4 Monate
10 Monate5 Monate

Grundsätzlich wird bei den Anwartschaftszeiten vom Arbeitslosengeld-1-Anspruch mit 30 Tagen pro Monat gerechnet. Bei einem Anspruch von 12 Monaten erhalten Sie dementsprechend nicht die üblichen 365 Tage ALG 1, sondern nur 360 Tage.

Wie hoch ist der Anspruch auf ALG 1?

Die Höhe des ALG 1 ist gesetzlich geregelt. In der Regel beträgt das Arbeitslosengeld 1 60 Prozent des Leistungsentgelts. Können ein oder mehrere Kinder bei der Berechnung berücksichtigt werden, erhöht sich der Arbeitslosengeld-1-Anspruch auf 67 Prozent. Grundsätzlich kann auch die Steuerklasse die Höhe des Arbeitslosengeldes beeinflussen.

Wichtig für die Berechnung ist der Bemessungszeitraum. Dabei wird das letzte Jahr vor dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses berücksichtigt. Bestand vor Beginn der Erwerbslosigkeit nicht mindestens an 150 Tagen ein Anspruch auf Arbeitsentgelt, wird der Bemessungszeitraum auf die letzten zwei Jahre ausgedehnt.

Wurde auch innerhalb der letzten zwei Jahre nicht mindestens an 150 Tagen ein Arbeitsentgelt bezogen, wird ein fiktives Einkommen bei der Berechnung berücksichtigt. Bei kurzen Anwartschaftszeiten wird beim Arbeitslosengeld-1-Anspruch auch ein Bemessungszeitraum von 90 bis 150 Tagen zugrunde gelegt.

Um den konkreten Arbeitslosengeld-1-Anspruch zu ermitteln, können Sie sich mit Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit in Verbindung setzen. Zudem wird bei Antragstellung und der Einreichung Ihrer Unterlagen der Anspruch genauestens berechnet. Gehen Sie davon aus, dass sich bei der Berechnung ein Fehler eingeschlichen hat, können Sie einen Widerspruch einreichen oder einen Anwalt konsultieren.

Wann haben Sie keinen Anspruch auf ALG I?

Ob Sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 haben, können Sie bei der zuständigen Agentur für Arbeit erfragen.

Ob Sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 haben, können Sie bei der zuständigen Agentur für Arbeit erfragen.

Es gibt unterschiedliche Gründe dafür, dass bei Ihnen kein Arbeitslosengeld-1-Anspruch vorliegt. Zum einen kann dies daran liegen, dass Sie innerhalb des Bemessungszeitraums keine 150 Tage ein Arbeitsentgelt erzielten oder Sie waren innerhalb der letzten ein bis zwei Jahre nur in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis.

Zudem kann Ihnen unter bestimmten Umständen auch eine sogenannte Sperrzeit drohen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie es versäumen der Agentur für Arbeit Ihre Arbeitslosigkeit rechtzeitig zu melden. Auch unzureichende Eigenbemühungen oder eine Ablehnung einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme kann zu einer Sperrzeit führen.

Generell droht keine Sperrzeit, wenn Sie der Agentur für Arbeit ausreichende Gründe für die Missachtung Ihrer Pflichten darlegen können. Dazu sind Nachweise besonders hilfreich. Erscheinen Sie beispielsweise zu einem Termin in der Agentur für Arbeit nicht, haben allerdings ein ärztliches Attest wegen Krankheit vorliegen, sollten Sie dieses an die Behörde weiterleiten.

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10 Gedanken zu „Arbeitslosengeld 1: Wann Sie Anspruch auf die Leistung haben

  1. Angelika S.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    auf dieser Seite gibt es eine für mich sehr verwirrende Aussage, die ich an keiner weiteren Stelle bestätigt finde:
    (grau unterlegt)
    “Kurz & bündig: Das Wichtigste zum Arbeitslosengeld-1-Anspruch
    1. Einen Anspruch auf ALG 1 haben Sie, wenn Sie … innerhalb des letzten Jahres an mindestens 150 Tagen ein versicherungspflichtiges Arbeitsentgelt erzielten.”
    Wie kommen Sie auf 150 Tage? Können Sie das bitte erläutern? Oder handelt es sich um einen Fehler?
    Im Voraus vielen Dank für Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen
    Angelika Steffens

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Angelika,

      da hat sich ein Fehler eingeschlichen. Vielen Dank, dass Sie uns darauf aufmerksam gemacht haben. Richtig ist: Ein Anspruch besteht, wenn innerhalb der vergangenen zwei Jahre ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis für mindestens zwölf Monate bestand.

      Das Team von hartz4hilfthartz4.de

      Antworten
  2. Mike

    Hallo und danke für den Artikel. Etwas verwirrt mich. Einerseits heißt es, es besteht Anspruch erst am 12 Monaten Beschäftigung, und am Ende des Artikels steht etwas von kurzen Anwartschaftszeit bei Beschäftigungen mit 6, 8, 10 Monaten. Ich war arbeitslos, danach 6 Monate und in einer Beschäftigung, und danach aufgrund meiner Bandscheibe, für 3 Monate im Krankengeldgezug. Somit hätte ich für eine kurze Anwartszeit Anspruch?? Obwohl ich ja keine 12 Monate am Stück beschäftigt war?? Wäre sehr dankbar für eine Antwort! Viele Grüße

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Mike,

      das können wir nicht pauschal beantworten, da wir nicht alle Umstände Ihres Falls kennen. Wenden Sie sich diesbezüglich an die Agentur für Arbeit.

      Das Team von hartz4hilfthartz4.de

      Antworten
  3. Daniela

    Hallo,

    ich war 4,5 Jahre in einer Beschäftigung und bekomme also “nur” 12 Monate ALG 1, da ich noch keine 50 bin?

    Gruß Daniela

    Antworten
  4. B. Winter

    Hallo,
    ich habe eine Frage zur Zeit. Besteht der Anspruch auf ALG 1 auch, wenn die 12 Monate mit Unterbrechung gearbeitet wurden? Eine Arbeitsstelle von Oktober bis Mai des nächsten Jahres(8 Monate), dann September bis Dezember(4 Monate), einen Monat arbeitslos und dann von Februar bis Juli (6 Monate) sind 18 Monate.
    Vielen Dank im Voraus
    für die Antwort
    Tina

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo B. Winter,

      ja, das ist trotz Unterbrechungen möglich. In den letzten zwei Jahren müssen Sie insgesamt mind. 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

      Antworten
  5. S. Erdmenger

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    meine Frage liegt darin, ob ich einen Anspruch zur Einsicht der Berechnung meines ALG I habe.
    Da ich eine weniger bezahlte Arbeit (weniger als 10%!) angenommen hatte, müssen ja mehr als 12 Monate zur Berechnung herangezogen werden. Bzw. hat man allgemein das Recht, ob ALG I oder ALG II?

    Mit freundlichen Grüßen
    S. Erdmenger

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo S. Erdmenger,

      aus Ihrem Bescheid sollte am Ende die Berechnung Ihrer Leistungen ersichtlich sein. Nach § 25 SGB X haben Sie aber in der Regel auch die Möglichkeit, Einsicht in Ihre Akte zu erhalten. Dazu sollten Sie einen gesonderten Termin beim Jobcenter mit diesem Zweck vereinbaren.

      Das Team von hartz4hilfthartz4.de

      Antworten

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