Wegen Hartz-4-Anspruch das Haus verkaufen: Nicht immer nötig

Hartz-4-Empfängern bleibt Wohneigentum nicht grundsätzlich versagt, allerdings ist für den Anspruch auf Leistungen die Hilfebedürftigkeit entscheidend. In manchen Fällen müssen Betroffene für den Hartz-4-Anspruch ihr Haus zuerst verkaufen und das daraus erhaltene Vermögen „aufbrauchen“.

Muss ich meine Eigentumswohnung/mein Haus verkaufen bei Hartz-4-Bezug?

Muss ich meine Eigentumswohnung/mein Haus verkaufen bei Hartz-4-Bezug?

Können Sie dazu gezwungen werden, das eigene Haus zu verkaufen? Bei Hartz-4-Empfängern führt diese Frage immer wieder zu Streitigkeiten mit dem Jobcenter. Oft kommt es auf den Einzelfall an, bei dem das Jobcenter die genauen Lebensumstände berücksichtigen muss. Wann Hartz-4-Empfänger ihr Eigenheim wirklich verkaufen müssen, erfahren Sie im Folgenden.

Kurz & bündig: Das Wichtigste zur Frage: „Muss ich bei Hartz-4-Bezug mein Haus verkaufen?“

  • Ob Hartz-4-Empfänger ihr Haus verkaufen müssen, hängt im Einzelfall von der „Angemessenheit“ des Hauses ab.
  • Anspruch auf Hartz 4: Ein eigenes Haus ist zu verkaufen, wenn durch die Immobilie das Kriterium der Hilfebedürftigkeit nicht mehr erfüllt ist.
  • Rückwirkender Hausverkauf bei Hartz 4: Verändert sich die Bedarfsgemeinschaft, kann ein bislang angemessenes Haus (Schonvermögen) doch als verwertbares Vermögen gelten und muss verkauft werden.

Hartz 4: Muss ich mein Haus verkaufen?

Ob Hartz-4-Empfänger ihr Haus verkaufen müssen oder nicht, hängt in erster Linie davon ab, ob es als verwertbares Vermögen einzustufen ist. Arbeitslosengeld (ALG) II gibt es vom Jobcenter grundsätzlich nur, wenn Antragsteller zum Kreis der erwerbsfähigen und hilfebedürftigen Leistungsberechtigten gehören.

Dabei kommt es aber auch auf die äußeren Umstände an. Das Jobcenter wird Betroffene nur dann dazu auffordern, für den Hartz-4-Anspruch das Haus zu verkaufen, wenn es als „nicht angemessen“ eingestuft wird, also in Relation zur Bedarfsgemeinschaft zu groß ist.

In diesen Fällen müssen Hartz-4-Empfänger das Haus nicht verkaufen

Hartz-IV-Empfänger müssen das Haus verkaufen, wenn es nicht angemessen ist.

Hartz-IV-Empfänger müssen das Haus verkaufen, wenn es nicht angemessen ist.

Heißt das, dass Hartz-4-Empfänger ihr Haus behalten dürfen, wenn es der Größe nach als „angemessen“ gilt? Immer wieder landen Fälle vor dem Sozialgericht, in denen um die Angemessensheitsgrenze für die Eigentumswohnung oder das Haus gestritten wird, weshalb vorab betont werden muss, dass im Einzelfall verschiedene Kriterien eine Rolle spielen können.

In besonderen Härtefällen kann das Jobcenter nicht verlangen, dass Hartz-4-Empfänger ihr Haus verkaufen. Dabei sind die Lebensumstände im Einzelfall zu betrachten, z. B.:

  • Liegt eine Schwangerschaft vor?
  • Ist der/die Antragsteller/in alleinerziehend?
  • Wäre der Hartz-4-Bezug nur kurzfristig, d. h. ist der Betroffene in absehbarer Zeit nicht mehr auf ALG 2 angewiesen?
  • Leben die Betroffenen schon länger in dem Haus (mindestens 15 Jahre)?

Ob die Größe einer Wohnung als angemessen gilt, hängt von der Größe der Bedarfsgemeinschaft ab. Bei zwei Personen gelten z. B. 60 m² als angemessen. Sie müssen als Hartz-4-Empfänger die Eigentumswohnung nicht verkaufen, wenn diese Grenzen eingehalten werden.

Ein bislang angemessenes Haus kann vom Schonvermögen zum verwertbaren Vermögen werden, wenn etwa ein Mitglied aus der Bedarfsgemeinschaft wegfällt oder auszieht. In diesem Fall kann es sein, dass eine Hartz-4-Familie das Haus doch verkaufen muss.

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