Kindergeld: Die Auszahlung unterliegt einigen Regeln

Für jedes Kind, das in Deutschland in die Welt gesetzt wird, zahlt der Staat unter bestimmten Voraussetzungen einen gewissen Geldbetrag. Normalerweise erfolgt diese Auszahlung bis zum 18. und maximal bis zum 25. Geburtstag des Kindes. Diese Geldzahlung wird als Kindergeld bezeichnet und dient Eltern dazu, gut für ihre Kinder sorgen zu können.

Kindergeld und dessen Auszahlung: Wann das Geld gezahlt wird, ist gesetzlich vorgeschrieben.

Kindergeld und dessen Auszahlung: Wann das Geld gezahlt wird, ist gesetzlich vorgeschrieben.

Oft fragen sich jedoch sowohl Eltern als auch Kinder, wer eigentlich das Kindergeld erhält, beispielsweise wenn die Eltern getrennt leben sollten oder das Kind auszieht.

Kurz & bündig: Das Wichtigste zur Auszahlung von Kindergeld

  1. Kindergeld wird voll auf den Hartz-4-Satz als Einkommen angerechnet.
  2. Die Auszahlung kann bis zum 25. Lebensjahr erfolgen, wenn das Kind sich in der Ausbildung oder im Studium befindet.
  3. Die Auszahlung vom Kindergeld ist gesetzlich terminiert und erfolgt je nach Endziffer der Kindergeldnummer.

An wen erfolgt in solch einem Fall die Kindergeldauszahlung und gibt es feste Auszahlungstermine? Wer zahlt das Kindergeld eigentlich genau aus? Und in welcher Form können Sie die Zahlung erhalten – zum Beispiel wenn Sie kein eigenes Konto haben? Lesen Sie im folgenden Ratgeber mehr zum Thema.

Auszahlung vom Kindergeld: Wer nimmt sie wann vor?

Wann von der Arbeitsagentur beim Kindergeld die Auszahlung erfolgt, ist von der Kindergeldnummer abhängig.

Wann von der Arbeitsagentur beim Kindergeld die Auszahlung erfolgt, ist von der Kindergeldnummer abhängig.

Zunächst einmal ist die Frage zu klären, wer das Kindergeld eigentlich auszahlt. Die Zahlung der Leistung wird einmal im Monat von der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit geleistet. Auch dann, wenn das Kind erst am Ende des Monats geboren wurde, wird die Auszahlung von Kindergeld für den ganzen Monat quasi rückwirkend geleistet.

Wer das Kindergeld erhält, ist abhängig davon, ob die Eltern noch zusammenleben oder wer sich um das Kind kümmert (Obhutsprinzip). Getrennt lebende Eltern müssen sich beispielsweise einigen, wer das Kindergeld erhält. Im Zweifelsfall trifft das Familiengericht die Entscheidung.

Für die Auszahlungen gibt es zudem feste Termine, die sich je nach Endziffer der Kindergeldnummer für Ihr Kind bzw. Ihre Kinder unterscheiden und sowohl zu Beginn des Monats als auch am Ende erfolgen können.

Die Kindergeldzahlung für die Endziffer „0“ erfolgt dabei beispielsweise immer zu Beginn eines neuen Monats. Eltern bzw. Kinder, deren Kindergeldnummer auf eine „9“ endet, erhalten die Zahlung erst gegen Ende des Monats. Die Auszahlungstermine für die jeweilige Endziffer werden für das gesamte Jahr im Voraus geplant.

Beachten Sie: Bei Empfängern von Versorgungsbezügen oder Angehörigen des öffentlichen Dienstes nimmt nicht die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit die Zahlung vom Kindergeld vor. In diesen Fällen wird das Kindergeld durch die Familienkasse des Arbeitgebers gezahlt.

Kindergeld: Erfolgt die Auszahlung per Scheck, bar oder als Überweisung?

Normalerweise wird das monatliche Kindergeld auf das Bankkonto des Kindergeldberechtigten – also in der Regel eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten – überwiesen. In gewissen Fällen kann es aber sein, dass ein Bezugsberechtigter (noch) kein Konto besitzt oder die Kontodaten der Familienkasse nicht früh genug vorliegen.

In solchen Fällen ist es zwar nicht möglich, sich das Kindergeld direkt bar auszahlen zu lassen, allerdings kann von der Familienkasse ein Scheck geschickt werden. Dieser ist dann bei einer Bank einzulösen. Allerdings ist solch eine Maßnahme nur in Einzelfällen möglich, in denen keine andere Lösung gefunden werden kann. Eine Barauszahlung vom Kindergeld ist in der Regel nicht vorgesehen.

Gut zu wissen: Erhält der Bezugsberechtigte Arbeitslosengeld 2, so ist das Kindergeld komplett als Einkommen anzurechnen. Dabei sind die üblichen Freibeträge zu beachten.

Kindergeld: Auszahlung an das Kind selbst?

An wen das Arbeitsamt beim Kindergeld die Auszahlung vornimmt, entscheidet im Zweifelsfall das Gericht.

An wen das Arbeitsamt beim Kindergeld die Auszahlung vornimmt, entscheidet im Zweifelsfall das Gericht.

Die Familien- bzw. Kindergeldkasse kann die Auszahlung vom Kindergeld auch direkt an das berechtigte Kind veranlassen. Dafür muss das Kind allerdings volljährig sein und einen entsprechenden Antrag darauf stellen.

Leistet der Bezugsberechtigte keinen oder einen zu geringen Unterhalt für sein Kind, so kann die Auszahlung vom Kindergeld an eine andere, dem betreffenden Kind Unterhalt leistende Person erfolgen. Im Fachjargon wird diese Möglichkeit „abzweigen“ genannt.

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Ein Gedanke zu „Kindergeld: Die Auszahlung unterliegt einigen Regeln

  1. M. Ewald

    Wir haben eine Haushaltsgemeinschaft in einer Bedarfsgemeinschaft und haben deswegen bei der Familienkasse
    den Antrag auf Abzweigung des Kindergeldes für unsere 2 Söhne ( 18 u. 20 ) gestellt . Beide sind in Ausbildung
    und vom Jobcenter abgemeldet . Der Antrag wurde abgelehnt , weil unsere Söhne noch bei uns wohnen .
    Der Altere ist im Febr. 2018 fertig mit der Ausbildung und wird von seiner Firma übernommen .
    Wir glauben halt nicht das die Entscheidung der Familienkasse richtig ist .

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