Ist das Kindergeld pfändbar?

Wenn Sie verschuldet sind, müssen Sie meistens mehrere Ratenzahlungen im Monat tätigen, damit Sie allen Gläubigern gerecht werden. Dabei bleibt allerdings oftmals viel zu wenig Geld zum Leben übrig. Nicht selten ist auch das Kindergeld davon betroffen.

Ob das Kindergeld pfändbar ist, lesen Sie in diesem Ratgeber.

Ob das Kindergeld pfändbar ist, lesen Sie in diesem Ratgeber.

Aber darf man Kindergeld überhaupt pfänden? Zählt das Kindergeld grundsätzlich als pfändbares Einkommen oder können Sie dies vor eine Pfändung schützen? Welche Auswirkungen hat dies, wenn Sie ein P-Konto besitzen? Mehr dazu lesen Sie hier!

Kurz & bündig: Das Wichtigste zum Thema “Ist das Kindergeld pfändbar?”

  1. Es besteht eine Pfändbarkeit vom Kindergeld, wenn Sie verschuldet sind und das Kindergeld auf Ihr Konto eingezahlt wird.
  2. Ansonsten darf das Kindergeld nur vom unterhaltsberechtigten Kind gepfändet werden, wenn der Elternteil, der das Kindergeld erhält, seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt.
  3. Damit Kindergeld nicht vom Konto gepfändet werden kann, können Sie bei der Bank ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) beantragen.

Wer hat einen Anspruch auf Kindergeld?

Damit die grundlegende Versorgung von Kindern sichergestellt werden kann, gibt es in Deutschland das Kindergeld. Anspruch auf Kindergeld haben die Eltern eines Kindes ab dessen Geburt. Sofern das Kind im Haushalt der Großeltern oder bei Adoptiv- oder Pflegeeltern wohnt, können auch diese Kindergeld beantragen.

Kann Kindergeld gepfändet werden? Unter Umständen ist dies möglich.

Kann Kindergeld gepfändet werden? Unter Umständen ist dies möglich.

Generell kann allerdings nur eine Person das Kindergeld erhalten. Lebt das Kind nicht mehr bei den Eltern, kann die Leistung auch direkt an das Kind ausgezahlt werden.

Bis zum 18. Lebensjahr des Kindes wird das Kindergeld ausgezahlt. Aber auch Kinder zwischen 18 und bis 25 Jahren können einen Anspruch auf Kindergeld haben.

Dieser liegt dann vor, wenn eine Ausbildung, ein Studium oder Praktikum absolviert wird. Wichtig ist dabei, dass das Kind Kenntnisse erlernt, welche als Grundlage zur Ausübung des angestrebten Berufes geeignet sind. Zudem ist die Zahlung bei einer zweiten Ausbildung oder einer Behinderung möglich.

Seit 2017 beträgt das Kindergeld für das erste und zweite Kind 192 Euro. Für das dritte Kind erhalten Eltern 198 Euro und für jedes weitere Kind werden vom Staat 223 Euro gezahlt. Aber bekommen Sie das Kindergeld auch, wenn Sie hohe Schulden haben? Ist das Kindergeld pfändbar und kann von Ihrem Konto abgezogen werden?

Darf das Kindergeld gepfändet werden?

Grundsätzlich ist das Kindergeld nur vom unterhaltsberechtigten Kind pfändbar. Dieses kann das Geld gegenüber demjenigen Elternteil pfänden, der es erhält. Die Pfändung von Kindergeld ist allerdings nur möglich, wenn der Elternteil seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt.

Aber darf das Kindergeld von Gläubigern gepfändet werden? Im Rahmen einer Kontopfändung könnten Gläubiger problemlos an das Kindergeld gelangen. Geht das Kindergeld auf ein Konto, welches gepfändet wurde, ist auch dieser Betrag pfändbar und damit weg.

Die Bank muss das Kindergeld dann nicht auszahlen. Dies ist übrigens auch nicht der Fall, wenn Sie eine Bescheinigung von der Familienkasse vorlegen, welche Ihnen die Zahlung des Kindergeldes auf das gepfändete Konto bestätigt. Auf einem Konto kann das Kindergeld also durchaus pfändbar sein.

Kontopfändung verhindern, damit Kindergeld nicht pfändbar ist

Früher waren Sozialleistungen auf dem Konto vor einer Pfändung geschützt. Das bedeutet, dass Sozialleistungen wie ALG 2, Sozialhilfe und Kindergeld pfändungsfrei waren. Trotz Schulden konnten die Gläubiger die Leistungen nicht vom Konto des Schuldners einbehalten.

Dies ist heutzutage allerdings nicht mehr der Fall. Dazu wurde allerdings das Pfändungsschutzkonto (P-Konto) eingeführt. Jedes übliche Girokonto kann zu einem P-Konto umgewandelt werden. Dazu müssen Sie einen Antrag bei der Bank stellen.

Mit dem P-Konto ist Kindergeld nicht pfändbar. Bis zu einem bestimmten Betrag sind grundsätzlich alle Einzahlungen auf das Konto pfändungssicher. Grundsätzlich kann ein P-Konto auch rückwirkend beantragt werden.

Geht eine Kontopfändung ein und Sie haben Ihr Konto noch nicht in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt, können Sie innerhalb von drei Geschäftstagen von der Bank verlangen, dass diese für den gesamten Kalendermonat – auch rückwirkend – das P-Konto einrichtet.

Kann man Kindergeld pfänden?

Kann man Kindergeld pfänden?

Kindergeld ist grundsätzlich pfändbar ohne P-Konto. Daher sollten Sie sich unbedingt ein solches Konto bei der Bank einrichten lassen. Dafür gelten folgende Freibeträge:

  • Grundfreibetrag: 1133,80 Euro
  • inkl. eine unterhaltsberechtigte Person: 1560,51 Euro
  • inkl. zwei unterhaltsberechtigte Personen: 1798,24 Euro
  • inkl. drei unterhaltsberechtigte Personen: 2035,97 Euro
  • inkl. vier unterhaltsberechtigte Personen: 2273,70 Euro
  • inkl. fünf oder mehr unterhaltsberechtigte Personen: 2511,43 Euro

Erwarten Sie eine Nachzahlung vom Kindergeld, kann dieses durch eine Bescheinigung geschützt werden. Die Pfändung vom Kindergeld ist nicht möglich, wenn Sie einen Vollstreckungsschutzantrag beim zuständigen Gericht beantragt haben. Dies ist beispielsweise bei einer Kindergelderhöhung der Fall.

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2 Gedanken zu „Ist das Kindergeld pfändbar?

  1. Weber

    Meine Frage:Mir ist ein 15Jähriger auf meiner Seite nach einer Kurve(kleines _Tunnel) entgegengekommen und ich hatte eine schwere Verletzung. Der Junge wurde im Oktober 16 Jahre und seine Mutter meldete sich erst fast 2 Monate später. Sie würde nur € 700,00 verdienen. Der Anwalt muß gegen den Jungen eine Klage und einen Titel wegen meinen Kosten und Schmerzensgeld erheben. Kann man das >Kindergeld nach dem Erhalt des Titels pfänden? An die Mutter könnte man nicht gehen.
    Ich hatte einen Jochbeinbruch und Kieferhöhleneinbruch.Mußte operiert werden.
    Für eine Antwort wäre ich dankbar.

    mfG
    W.G.

    Antworten
    1. hartz4hilfthartz4.de

      Hallo Weber,

      wir dürfen leider keine Rechtsberatung anbieten. Wenden Sie sich deshalb an einen Anwalt.

      Ihr Team von hartz4hilfthartz4.de

      Antworten

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