Betrifft die Kindergelderhöhung auch Hartz-4-Empfänger?

Frischgebackene Eltern haben in Deutschland einen Anspruch auf Kindergeld. Dieses wird monatlich von der Familienkasse ausgezahlt und staffelt sich nach der Anzahl der Kinder. Für das erste und zweite Kind beträgt das Kindergeld nach derzeitigem Stand [2017] 192 Euro. Beim dritten Kind werden 198 Euro und bei jedem weiteren Kind 223 Euro ausgezahlt.

Welchen Einfluss hat die Kindergelderhöhung auf Hartz 4? Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Welchen Einfluss hat die Kindergelderhöhung auf Hartz 4? Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Da die Höhe des Kindergeldes an das Existenzminimum geknüpft ist, muss die Summe regelmäßig an die wirtschaftlichen Verhältnisse angepasst werden. Dazu wird vom Bundeskabinett eine Kindergelderhöhung beschlossen. Diese sorgt dafür, dass die Eltern monatlich etwas mehr Geld zur Verfügung haben.

Kurz & bündig: Das Wichtigste zur Kindergelderhöhung

  1. Die letzte Kindergelderhöhung fand im Januar 2017 statt. Seitdem erhalten Berechtigte für das erste und zweite Kind jeweils 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro und für jedes weitere Kind 223 Euro. Ab 2018 erhöht sich das Kindergeld um weitere zwei Euro.
  2. Außerdem wird der Kinderfreibetrag bis 2018 auf 4.788 Euro erhöht. Der steuerliche Grundfreibetrag erhöht sich ab 2018 auf insgesamt 9.000 Euro.
  3. Für Hartz-4-Empfänger macht die Kindergelderhöhung keinen Unterschied, da das Kindergeld auf die ALG-2-Leistungen angerechnet wird.

Wann fand die letzte Kindergelderhöhung statt? Wie hoch ist das Kindergeld? Wann wird es ausgezahlt und wann können Eltern mit einer Nachzahlung rechnen? Wird das Kindergeld auf Hartz 4 angerechnet? Mehr dazu lesen Sie im folgenden Ratgeber.

Was ist Kindergeld und wer hat einen Anspruch darauf?

Kindergelderhöhung: Wann können Sie das nächste Mal damit rechnen?

Kindergelderhöhung: Wann können Sie das nächste Mal damit rechnen?

Kindergeld erhalten alle Eltern, die in Deutschland wohnen und hier unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind. Das Kindergeld dient dementsprechend als Steuervergütung und wird einkommensunabhängig ausgezahlt. Es wird nach der Anzahl der Kinder gestaffelt.

Grundsätzlich bekommen Erziehungsberechtigte das Kindergeld bzw. die Kindergelderhöhung für ihre minderjährigen Kinder. Volljährigen Kindern steht das Kindergeld zu, wenn diese entweder arbeitslos sind (bis zum 21. Lebensjahr) oder sich noch in der Ausbildung befinden (bis zum 25. Lebensjahr).

Für Kinder, die durch einen fehlenden Ausbildungsplatz ihre Berufsausbildung nicht beginnen oder fortsetzen können, gelten die gleichen Regelungen wie für Kinder in einer Ausbildung. Nach dem Abschluss der ersten Berufsausbildung wird das Kind zwecks Kindergeld nur berücksichtigt, wenn dieses keiner Erwerbstätigkeit mit mehr als 20 Wochenstunden nachgeht.

Letzte Kindergelderhöhung: Wann wurde das Kindergeld erhöht?

Im Oktober 2016 hat das Bundeskabinett eine Kindergelderhöhung beschlossen, welcher im Dezember 2016 der Bundesrat zugestimmt hat. Zwei Euro mehr sind pro Monat und Kind dabei vorgesehen. Damit steigt das Kindergeld ab dem 01.01.2017 von 190 Euro auf 192 Euro. Bis 2018 sollen so Bürgerinnen und Bürger um insgesamt 6,3 Milliarden Euro entlastet werden.

2017 beträgt der Kinderfreibetrag laut Bundesfinanzministerium 4.716 Euro statt vorher 4.608 Euro. Damit steigt der Betrag um 108 Euro an. Auch der steuerliche Grundfreibetrag wird ab 2017 angehoben. 2017 beträgt dieser 8.820 Euro. Zudem steigt der Kinderzuschlag um 10 Euro.

Aber wann war davor die letzte Kindergelderhöhung? Seit 2015 bekommen Eltern bereits ein erhöhtes Kindergeld. Noch 2012 belief sich das Kindergeld auf 184 Euro für das erste und zweite Kind. Im Jahr 2015 wurde dieses auf 188 Euro für die ersten beiden Kinder erhöht. Vor 2017 fand 2016 die letzte Kindergelderhöhung um jeweils zwei Euro pro Monat und pro Kind statt.

Wann wird die Kindergelderhöhung ausgezahlt?

Kindergelderhöhung: Ab wann wird die Nachzahlung überwiesen?

Kindergelderhöhung: Ab wann wird die Nachzahlung überwiesen?

Das Kindergeld wird monatlich über die Familienkasse an die Kindergeldberechtigten ausgezahlt. Die Überweisungstermine für das Kindergeld werden bereits im Vorfeld festgelegt und richten sich nach der Endziffer der Kindergeldnummer. Die Kindergeldnummer können Sie Ihrem Kontoauszug oder dem Kindergeldbescheid entnehmen.

Die Überweisungen beginnen am Anfang des Monats mit den Endziffern 0 und 1. Anschließend folgen die Endziffern 2 bis 7 bis zur Mitte des Monats. Im letzten Drittel des Monats wird das Kindergeld mit den Endziffern 8 und 9 ausgezahlt. Der späteste Termin ist damit meistens der 20. bis 22. Tag des Monats für die Kindergeldauszahlung.

Aber ab wann gibt es vom Kindergeld die Erhöhung ausgezahlt? Die Kindergelderhöhung 2017 wird bereits ab Januar 2017 überwiesen. Eltern erhalten ab Januar also nicht mehr 190 Euro für das erste und zweite Kind, sondern bereits 192 Euro pro Kind ausgezahlt.

2015 fand die Kindergelderhöhung rückwirkend statt. Eltern hatten damit einen Anspruch auf die Kindergelderhöhung von mehreren Monaten. Die Familienkasse zahlte ab Oktober 2015 das erhöhte Kindergeld plus die Nachzahlung der Erhöhung der vergangenen Monate in einer vollen Summe aus. Auch hier hing der Auszahlungstermin mit der Endziffer der Kindergeldnummer zusammen.

Wie hoch sind die Zahlbeträge nach der Kindergelderhöhung?

Durch die Kindergelderhöhung ergeben sich dementsprechend auch höhere Zahlbeträge beim Kindergeld. Eltern erhalten etwas mehr Geld für ihre Kinder. Wie hoch dieses 2017 in der Summe ausfällt, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

Anzahl der KinderKindergeld insgesamt
1192 Euro
2384 Euro
3582 Euro
4805 Euro
51028 Euro
61251 Euro

Wann folgt die nächste Kindergelderhöhung?

Viele Eltern stellen sich nach der Kindergelderhöhung 2017 folgende Frage: Wann wird das Kindergeld erneut erhöht? Bereits 2018 folgt schon die nächste Kindergelderhöhung. Die staatliche Leistung steigt dann um zwei Euro pro Monat und pro Kind. Dementsprechend ergibt sich folgendes Kindergeld:

  • 1. und 2. Kind: 194 Euro
  • 3. Kind: 200 Euro
  • jedes weitere Kind: 225 Euro

Auch der Kinderfreibetrag wird sich erneut erhöhen. Von 4.716 Euro steigt er auf insgesamt 4.788 Euro. Dies sind 72 Euro mehr als noch im Vorjahr. Eine Erhöhung ist auch beim steuerlichen Grundfreibetrag zu erwarten. Dieser steigt 2018 von 8.820 Euro auf 9.000 Euro und beträgt damit 180 Euro mehr.

Profitieren Hartz-4-Empfänger auch von der Auszahlung der Kindergelderhöhung?

Kindergelderhöhung: Die Auszahlung von Kindergeld wird auf Hartz 4 angerechnet.

Kindergelderhöhung: Die Auszahlung von Kindergeld wird auf Hartz 4 angerechnet.

Grundsätzlich haben Hartz IV und Kindergeld einen Bezug zum Existenzminimum. Das Arbeitslosengeld 2 dient dazu, das Existenzminimum einer berechtigten Person zu sichern. Kindergeld dient hingegen zur verfassungsrechtlich garantierten Freistellung des Existenzminimums.

Seit dem 1. Januar 2008 wird das Kindergeld allerdings als Einkommen des Kindes gewertet. Dadurch kann ein minderjähriges Kind, welches wie seine Eltern auf ALG 2 angewiesen ist, aus der Bedarfsgemeinschaft ausscheiden, wenn es Kindergeld bezieht. Dementsprechend ist durch das Kindergeld keine Bedürftigkeit mehr gegeben, sodass die Eltern unter Umständen keinen Anspruch mehr auf Leistungen haben, die sich aus der Bedarfsgemeinschaft ergeben.

Das Kindergeld wird den Eltern zugerechnet, wenn die Kinder volljährig sind. Meistens wird das Kindergeld auf das Konto der Eltern ausgezahlt. Lebt das Kind allerdings nicht mehr im elterlichen Haus und es kann glaubhaft gemacht werden, dass die Eltern das Geld an das Kind weitergeben, wird das Kindergeld und somit auch die Kindergelderhöhung nicht auf die Hartz-IV-Leistungen angerechnet.

In allen anderen Fällen müssen Hartz-4-Empfänger damit rechnen, dass das Kindergeld auf die Bezüge von der Agentur für Arbeit angerechnet werden. Damit bewirkt die Kindergelderhöhung im Portemonnaie der Sozialempfänger nichts. Das gesamte Kindergeld sowie die Kindergelderhöhung wird auf den Leistungsanspruch angerechnet, sodass nicht mehr Geld als vor der Erhöhung vom Kindergeld zum Leben übrig bleibt.

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