Hartz 4: Zum Thema „Konto“ sollten Sie Folgendes wissen

Die Miete, Zahlungen an den Stromversorger, offene Rechnungen: In den meisten Fällen werden offene Posten per Überweisung vom eigenen Konto bezahlt. Und auch der Lohn landet auf dem Girokonto. Was sich in der Theorie so einfach anhört, kann in der Praxis jedoch Schwierigkeiten bereiten.

Was ist zu beachten, wenn Hartz-IV-Empfänger ein Konto eröffnen wollen?

Was ist zu beachten, wenn Hartz-IV-Empfänger ein Konto eröffnen wollen?

Vor allem Hartz-4-Empfänger sind oft unsicher, was sie genau beim Thema „Konto“ beachten sollten. In der Regel ist es so, dass das Arbeitslosengeld II (ALG II) auf das Konto des Leistungsbeziehers überwiesen wird. Wie verhält es sich jedoch, wenn die Person nicht über ein solches verfügt?

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Des Weiteren wissen viele Betroffene nicht, ob sie bei Bezug von Hartz 4 überhaupt ein Konto eröffnen dürfen. Oftmals wird die Frage gestellt, ob Arbeitslose einen Dispokredit bekommen können. Diesen und weiteren Themen werden wir uns im folgenden Ratgeber zum Thema „Konto bei Hartz-4-Bezug“ widmen.

Warum ist ein Girokonto für Arbeitslose wichtig?

In der Regel werden Hartz-4-Leistungen aufs Konto überwiesen.

In der Regel werden Hartz-4-Leistungen aufs Konto überwiesen.

Hilfebedürftige Personen erhalten finanzielle Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende, welche den Lebensunterhalt während der Arbeitslosigkeit sichert. Zum einen erhalten Hartz-4-Empfänger den jeweils für sie gültigen Regelsatz, mit dem unter anderem Lebensmittel und Kleidung zu finanzieren sind.

Zum anderen werden angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung vom Jobcenter übernommen. Außerdem können - je nach Einzelfall - Mehrbedarfe oder andere Leistungen geltend gemacht werden.

Laut § 42 Abs. 3 des Zweiten Buches des Sozialgesetzbuches gilt dabei, dass die Leistungen von Hartz 4 auf ein Konto überwiesen werden:

Geldleistungen nach diesem Buch werden auf das im Antrag angegebene Konto bei einem Geldinstitut überwiesen, für das die Verordnung (EU) Nr. 260/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. März 2012 zur Festlegung der technischen Vorschriften und der Geschäftsanforderungen für Überweisungen und Lastschriften in Euro und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 924/2009 (ABl. L 94 vom 30.3.2012, S. 22) gilt.

Bekomme ich Hartz 4, ohne ein Konto zu besitzen?

Wie verhält es sich nun aber, wenn ein Hartz-4-Empfänger kein Girokonto besitzt? Gibt es andere Möglichkeiten, damit eine betroffene Person an das ihr zustehende Geld kommt? Die klare Antwort lautet: Ja. Die Zahlung vom Arbeitslosengeld 2 ist nicht zwingend an ein Konto gekoppelt, allerdings ist in diesem Zusammenhang einiges zu beachten.

Besitzen Hartz-4-Empfänger kein Konto, besteht die Möglichkeit, dass das Geld durch eine sogenannte „Zahlungsanweisung zur Verrechnung“ übermittelt wird. Dieser Barscheck kann dann bei einer beliebigen Bank zur Gutschrift - beispielsweise auf das Konto eines Freundes - eingereicht werden.

Bezug von Hartz 4: Auf dem Konto darf kein allzu hoher Betrag sein.

Bezug von Hartz 4: Auf dem Konto darf kein allzu hoher Betrag sein.

Soll das das Geld nicht auf einem Girokonto landen, können Hartz-4-Empfänger auch eine Baraus­zahlung durchführen lassen. Dies ist jedoch nur bei einer Auszahlungsstelle der Deutschen Post oder der Deutschen Postbank möglich und ist nicht kostenlos.

Hierfür entstehen Kosten in Höhe von 2,85 Euro, die direkt einbehalten werden. Des Weiteren erhebt die jeweilige Bank zusätzliche Gebühren. Deren Höhe variiert zwischen 3,50 Euro und 7,50 Euro und richtet sich danach, wie hoch der auszuzahlende Betrag ist.

Manche Jobcenter haben sogar Kassenautomaten, an denen eine Barauszahlung direkt vor Ort möglich ist. Nachdem die Identität des Leistungsberechtigten überprüft wurde, erhält dieser eine Kassenkarte. Diese berechtigt ihn dazu, am Automaten Geld abzuheben. Beachten Sie jedoch, dass der Kassenautomat höchstens 1.500 Euro auszahlen kann.

Die Gebühren in Höhe von 2,85 Euro, die vom Jobcenter für die Auszahlung einbehalten werden, wenn der Hartz-4-Empfänger kein Konto besitzt, können jedoch in einem bestimmten Fall erlassen werden. Dies geschieht laut § 42 Abs. 3 SGB II dann, wenn der leistungsberechtigte nachweisen kann, dass die Einrichtung eines Kontos bei einem Geldinstitut ohne eigenes Verschulden nicht möglich ist.

Wie viel Geld darf ich auf dem Konto haben, wenn ich Hartz 4 bekomme?

Wichtig ist natürlich auch zu wissen, wie viel Geld bei Bezug von Hartz 4 auf dem Konto sein darf. Ein pauschaler Betrag kann hierbei jedoch nicht angegeben werden, da dies immer je nach Einzelfall bestimmt werden muss.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass verwertbares Vermögen beim Bezug von Hartz 4 angerechnet wird. Ist die Summe zu hoch, muss diese zunächst aufgebraucht werden, bevor der Betroffene finanziell unterstützt wird.

Zum Guthaben zählt - unter anderem neben Wertpapieren, Bargeld und Grundeigentum - auch das Geld, welches sich auf einem Girokonto befindet.

Wie groß der Betrag beim Bezug von Hartz 4 auf dem Konto sein darf, hängt unter anderem von diversen Freibeträgen ab. Ein Mindestfreibetrag von 3.100 Euro bzw. 150 Euro pro vollendetem Lebensjahr steht beispielsweise jedem Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft zu.

Wie kann ich als Hartz-4-Empfänger ein Konto eröffnen?

Muss die Bank Hartz-4-Empfängern ein Girokonto zur Verfügung stellen?

Muss die Bank Hartz-4-Empfängern ein Girokonto zur Verfügung stellen?

In der Vergangenheit war es oft schwierig für Hartz-4-Empfänger, ein Konto zu eröffnen. Seit Mitte des Jahres 2016 gibt es jedoch das sogenannte Jedermann-Konto. Damit erhält jeder Bundesbürger einen gesetzlichen Anspruch auf ein Girokonto. Banken können finanziell schlechter gestellte Personen nun nicht mehr abweisen.

Hierbei handelt es sich um ein Basiskonto. Auf dieses Girokonto können Zahlungen eingehen und Überweisungen können getätigt werden. Es kann jedoch nicht überzogen werden.

Beachten Sie: Ein spezielles Konto nur für Arbeitslose gibt es bei Banken hingegen nicht. Wenn Sie ein Konto eröffnen, sollten Sie auf die anfallenden Gebühren achten.

Erhalten ALG-II-Empfänger einen Dispokredit?

Ein bisschen mehr Geld im Monat zur Verfügung zu haben, hört sich natürlich gerade für Personen, die Arbeitslosengeld II erhalten, verlockend an. Mit dem Regelsatz sind keine großen Sprünge möglich, größere Anschaffungen lassen sich meist nur durch ein Darlehen vom Jobcenter stemmen. Um diesen Schritt zu umgehen, fragen sich viele Betroffene, ob Hartz-4-Empfänger einen Dispo bekommen können.

Ein Dispokredit - oft auch Überziehungskredit genannt - erlaubt es einer Person, ihr Girokonto bis zu einem gewissen Betrag zu überziehen. Im Gegenzug fällt ein Zinssatz für das geliehene Geld an. Dieser ist nicht fest vereinbart, sondern orientiert sich an den aktuellen Marktzinsen.

Beziehen Sie Hartz 4, ist ein Konto dieser Art jedoch meist keine Option. Dies kann damit begründet werden, dass die meisten Banken ein regelmäßiges Einkommen fordern, damit der Dispo gewährt wird. Da ALG-II-Empfänger ein solches nicht vorweisen können, bekommen Sie auch keinen Überziehungskredit. Die Bank geht davon aus, dass durch das fehlende Einkommen die Rückzahlung des Kredites nicht gewährleistet ist.

Es gibt einige schwarze Schafe, die für Hartz-4-Empfänger ein Konto mit Dispo anbieten. Bei solchen Angeboten sollten Sie jedoch vorsichtig sein. Bedenken Sie, dass Sie die entstehenden Schulden zurückzahlen müssen - beim Bezug von Arbeitslosengeld II ist dies in der Regel kaum zu tragen.

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