Wohngeld – Höhe, Anspruch und mehr Informationen

In vielen deutschen Großstädten steigen seit Jahren die Mietpreise – und ein Ende ist nicht in Sicht. Dies sorgt in besonders gefragten Gegenden für drastische Steigerungen der Miete, wodurch viele Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen. Doch in einigen Fällen gibt es Abhilfe in Form von Wohngeld.

Ab wann bekommt man Wohngeld? Dieser Ratgeber verrät es Ihnen.

Ab wann bekommt man Wohngeld? Dieser Ratgeber gibt Ihnen die wichtigsten Informationen.

Auch Sie können bei der zuständigen Wohngeldstelle Wohngeld beantragen und mit etwas Glück und unter den richtigen Umständen Ihre Mietsituation entspannen. Doch wer hat Anspruch auf Wohngeld? Wenn auch Sie sich fragen: “Wann steht mir Wohngeld zu?”, dann hilft Ihnen dieser Ratgeber weiter.

Kurz & bündig: Das Wichtigste zum Wohngeld

  • Jede natürliche Person, die Wohnraum selbst nutzt, ist in der Regel berechtigt, Wohngeld zu beantragen.
  • Ob Sie Wohngeld erhalten, hängt von Ihrem Einkommen, Ihrer Miethöhe und der Zahl der Haushaltsmitglieder sowie von der örtlichen Mietstufe ab.
  • Als Hartz-4-Empfänger können Sie Wohngeld zwar beantragen, es wird aber wie Einkommen auf Ihre Bezüge angerechnet. Die Beantragung kann auch durch das Jobcenter gefordert werden.
  • Was ist Wohngeld?

    Wie viel Wohngeld steht mir zu? Diese Frage stellen sich viele Antragsteller.

    Wie viel Wohngeld steht mir zu? Diese Frage stellen sich viele Antragsteller.

    Wohngeld ist eine Sozialleistung, die in Deutschland nach dem Wohngeldgeldgesetz (WoGG) geregelt wird. Ziel der Leistung ist es, Bürgern mit geringem Einkommen das Wohnen durch finanzielle Zuschüsse zu erleichtern.

    Als Sozialleistung steht das Wohngeld allerdings in Konkurrenz mit anderen Programmen wie dem Sozialgeld, der Hilfe zum Lebensunterhalt sowie dem Arbeitslosengeld II.

    Dabei wird das Wohngeld als vorrangige Leistung angesehen. Dies bedeutet, dass Hartz-4-Empfänger vom Jobcenter aufgefordert werden können, Wohngeld zu beantragen.

    Der Wohngeldzuschuss wird bei Hartz-4-Bezug allerdings nicht zusätzlich zu Hartz 4 gezahlt, sondern wie Einkommen behandelt und mit den Hartz-4-Sätzen verrechnet. Der Wohnkostenzuschuss bzw. Wohngeldzuschuss nach § 27 Abs. 3 SGB II für Betroffene entfällt und demnach ebenfalls nicht mehr möglich. Stattdessen steht Bedürftigen seit 2016 aufstockendes ALG II zu.

    Hingegen ist es möglich, Wohngeld bei ALG I zusätzlich zu erhalten, da Sie hier als Empfänger keine Zuschüsse zur Miete erhalten.

    Wer bekommt Wohngeld – welche Voraussetzungen gelten?

    Die Berechtigung fürs Wohngeld ist in Paragraph 3 des Wohngeldgesetzes (WoGG) geregelt. Hier steht beschrieben, wer nicht vom Anspruch auf Wohngeld ausgeschlossen ist, also vor der Berücksichtigung von Höhe der Miete und Einkommen Anspruch auf Wohngeld haben kann.

    Mietzuschuss und Lastenzuschuss

    Anspruch auf Wohngeld? Die Höhe hängt auch von der Größe des Haushaltes ab.

    Anspruch auf Wohngeld? Die Höhe hängt auch von der Größe des Haushaltes ab.

    Grundsätzlich wird zwischen Miet- und Lastenzuschuss unterschieden. Ein Mietzuschuss ist Wohngeld, das der Mieter der Wohnung beanspruchen kann. Dies gilt auch, wenn der Mieter in einem Heim wohnt. Ein Lastenzuschuss hingegen kann dem Eigentümer der Wohnung gewährt werden, sowie Personen, die ein anderweitiges dingliches Recht an dem Grundstück haben.

    (1) Wohngeldberechtigte Person ist für den Mietzuschuss jede natürliche Person, die Wohnraum gemietet hat und diesen selbst nutzt. […]

    (2) Wohngeldberechtigte Person ist für den Lastenzuschuss jede natürliche Person, die Eigentum an selbst genutztem Wohnraum hat. […]

    Zu Wohngeld können nach § 3 WoGG alle natürlichen Personen, also alle Menschen als Träger von Rechten und Pflichten, berechtigt sein, die Wohnraum mieten oder besitzen und diesen zumindest in Teilen selbst nutzen. Beim Wohngeld wird der gesamte Haushalt berücksichtigt. Auch, wenn der Mieter oder Eigentümer selbst also die Bedingungen für das Wohngeld nicht erfüllt, kann es gezahlt werden, wenn ein weiteres Haushaltsmitglied Anspruch hat.

    Ob Sie bei Wohngeldberechtigung einen konkreten Wohngeldanspruch haben, richtet sich nach § 4 WoGG nach

    • der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder,
    • der zu berücksichtigenden Miete oder Belastung
    • dem Gesamteinkokmmen.

    Wie lässt sich Wohngeld berechnen?

    Wenn Sie Wohngeld berechnen wollen, sind verschiedene Variablen zu beachten.

    Wenn Sie Wohngeld berechnen wollen, sind verschiedene Variablen zu beachten.

    Für die Wohngeldberechnung wird eine mathematische Formel aus § 19 WoGG herangezogen. Demnach beträgt das Wohngeld berechtigter Personen 1,15 · (M – (a + b · M + c · Y) · Y) Euro. Die verschiedenen Buchstaben sind dabei Variablen, denen je nach Situation in Ihrem Haushalt andere Werte zugeordnet werden:

    • M = monatliche Miete
    • Y = monatliches Gesamteinkommen
    • a, b und c = Werte aus Anlage 1 WoGG, die sich nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder richten.

    Beim monatlichen Gesamteinkommen handelt es sich um die Summe alle steuerpflichtigen Einkünfte zuzüglich einzelner festgelegter steuerfreier Einnahmen. Die Berechnung erfolgt abzüglich der Steuer- und Sozialversicherungsabgaben. Es gelten weitere Regeln für die Berechnung, die sich aus dem WoGG ergeben und dort nachzulesen sind.

    Beispiel: Wenn Sie ein monatliches Gesamteinkommen von 1.000 Euro haben und Ihre monatliche Miete 500 € beträgt, dann gilt Y = 1.000 und M = 500. Sind Sie alleine in Ihrem Haushalt, dann sind nach Anlage 2 WoGG die Variablen a = 0,04, b = 0,00063, c = 0,000138.

    Das monatliche Wohngeld berechnet sich demnach wie folgt: 1,15 · (500 – (0,04 + 0,00063 · 500 + 0,000138 · 1.000) · 1.000 = 8,05 Euro. Es betsteht also ein Anspruch auf acht Euro Wohngeld.

    Gibt es für Wohngeld eine Einkommensgrenze?

    Da Wohngeld sich, wie die obige Formel zeigt, anhand vieler Variablen berechnen lässt, gibt es keine feste Einkommensgrenze für Wohngeld. Stattdessen hängt das maximale Einkommen, das Wohngeldempfänger haben können, von der Mietstufe der jeweiligen Stadt ab.

    Welche Einkommensgrenze gilt für Wohngeld?

    Welche Einkommensgrenze gilt für Wohngeld?

    Da Miete in verschiedenen Regionen unterschiedlich hoch ausfällt, wird zwischen sechs Mietstufen unterschieden. Mietstufe I ist die niedrigste, weshalb die Einkommensgrenze für Wohngeld hier am geringsten ist. Die folgende Wohngeldtabelle gibt an, wie viel Gesamteinkommen Ihr Haushalt maximal haben darf, um noch Anspruch auf Wohngeld zu haben.

    Die Werte ergeben sich mithilfe der obigen Formel und der höchsten zu berücksichtigenden Miete für die jeweilige Mietstufe, die sich aus § 12 WoGG ablesen lässt.

    Es ist zu beachten, dass diese Tabelle lediglich zur groben Orientierung dient und die Werte abweichen können. Auch deshalb werden nur die niedrigste und die höchste Mietstufe angegeben.
    Anzahl der Bewohner im HaushaltGrenze für Mietstufe IGrenze für Mietstufe VI
    1855 €1.010 €
    21.166 €1.384 €
    31.427 €1.672 €
    41.909 €2.166 €
    52.177 €2.461 €
    62.480 €2.763 €
    72.692 €2.990 €
    83.001 €3.338 €

    Wie können Sie Wohngeld beantragen?

    Wenn Sie Wohngeld beantragen, müssen dem Antrag einige Dokumente beigefügt werden.

    Wenn Sie Wohngeld beantragen, müssen dem Antrag einige Dokumente beigefügt werden.

    Auch Experten sind der Meinung, dass die Frage “Wer bekommt Wohngeld?” pauschal sehr schwer zu beantworten ist. So wird oft geraten, erst einmal “auf gut Glück” einen Antrag zu stellen. Außerdem wird empfohlen, den Antrag persönlich beim zuständigen Wohngeldamt abzugeben. Dafür ist meist ein Termin zu vereinbaren.

    Der Sachbearbeiter kann dann direkt wichtige Fragen beantworten und die Unterlagen auf Vollständigkeit prüfen. So sparen Sie Zeit und müssen nicht eine Bestätigung per Post abwarten. Das Antragsformular selbst erhalten Sie ebenfalls beim Wohngeldamt und in der Regel auch auf dessen Website.

    Welche Frist ist für den Antrag zu beachten?

    Das Wohngeld wird in der Regel ab dem Monat bezahlt, in dem es beantragt wurde. Der Zeitraum, in dem man nachweislich Anspruch hatte, ist also nicht relevant. Deshalb sollte Wohngeld so früh wie möglich beantragt werden.

    Um durch den langen Postweg nicht wertvolle Tage zu verlieren und in den nächsten Monat “reinzurutschen”, können Sie direkt bei der zuständigen Behörde einen formlosen Antrag stellen und den eigentlichen Antrag nachreichen. Der formlose Antrag wird in der Regel als Beginn der Zahlungen akzeptiert.

    Die Bearbeitungszeit des Antrages auf Wohngeld beträgt in der Regel zwischen drei bis sechs Wochen, kann aber je nach Behörde und Andrang in Ihrer Stadt auch abweichen.

    Wenn Sie Ihre Unterlagen vollständig abgegeben haben, nimmt die Behörde für Sie die Berechnung vom Wohngeld vor. Wenn Sie alle Voraussetzungen für Wohngeld erfüllen, erhalten sie einen Bescheid und die Zahlung wird in die Wege geleitet.

    Benötigte Dokumente und Bescheinigungen

    Um Ihren Anspruch auf Wohngeld zu beweisen, müssen Sie einige Dokumente wie eine Verdienstbescheinigung dem Wohngeld-Antrag beilegen und andere Informationen angeben. Hier sind die notwendigen Unterlagen aufgelistet:

    • der ausgefüllte Antrag auf Wohngeld
    • Mietbescheinigung vom Vermieter
    • Mietvertrag und -quittung
    • Ausweisdokument
    • Meldebestätigung
    • Verdienstbescheinigung vom Arbeitgeber
    • Einkommensnachweise

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