Arbeitslosengeld 1 – Finanzielle Unterstützung für Arbeitslose

Die Firma schließt, Ihnen wurde gekündigt oder Ihr befristeter Arbeitsvertrag läuft aus: Eine drohende Arbeitslosigkeit löst bei Betroffenen viele Ängste und Unsicherheiten aus. Damit der Verlust des Arbeitsplatzes nicht zum finanziellen Ruin führt, erhalten Arbeitnehmer in der Regel über einen gewissen Zeitraum Arbeitslosengeld 1 – kurz ALG 1 genannt.

Arbeitslosengeld 1 wird nach Verlust des Arbeitsplatzes gezahlt. Betroffene müssen sich darum bemühen, die Beschäftigungslosigkeit zu beenden.

Arbeitslosengeld 1 wird nach Verlust des Arbeitsplatzes gezahlt. Betroffene müssen sich darum bemühen, die Beschäftigungslosigkeit zu beenden.

Im Januar 2017 waren rund 2,77 Millionen Menschen ohne Arbeit, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent. Gerade Personen, denen zum ersten Mal die Arbeitslosigkeit droht, fühlen sich häufig nicht gut genug informiert und stellen sich viele Fragen. Was ist Arbeitslosengeld 1 (ALG 1) überhaupt genau? Wer hat Anspruch auf die Leistungen? Wie berechnet man Arbeitslosengeld 1?

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Arbeitsbescheinigung Befristeter Zuschlag

Im folgenden Ratgeber erklären wir alles Wesentliche rund um den Themenkomplex „Arbeitslosengeld 1“. So wissen Sie genau, was Ihnen zusteht und worin Ihre Rechte und Pflichten bestehen.

Arbeitslosengeld 1: Was ist das überhaupt?

Arbeitslosengeld 1: Was ist das? Wer bekommt es?

Arbeitslosengeld 1: Was ist das? Wer bekommt es?

Das Arbeitslosengeld I sichert Personen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, für einen gewissen Zeitraum finanziell ab. Grundlage ist die Arbeitslosenversicherung, in die Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen einzahlen.

Die gesetzliche Basis für das Arbeitslosengeld 1 ist das SGB III – das Dritte Buch des Sozialgesetzbuches. In den Paragraphen 136 bis 164 finden sich alle rechtlichen Grundlagen rund um die Leistungen, zum Beispiel zu den Anspruchsvoraussetzungen oder dem Bemessungszeitraum.

Wer bekommt Arbeitslosengeld 1? Was sind die Voraussetzungen?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I dann besteht, wenn eine Person arbeitslos ist. Wann genau kann aber von Arbeitslosigkeit gesprochen werden? Die Definition findet sich in § 138 SGB III:

Arbeitslos ist, wer Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer ist und

  1. nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht (Beschäftigungslosigkeit),
  2. sich bemüht, die eigene Beschäftigungslosigkeit zu beenden (Eigenbemühungen), und
  3. den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht (Verfügbarkeit).

Des Weiteren müssen noch zwei weitere Voraussetzungen erfüllt werden, damit ein Anspruch auf ALG I besteht. Zum einen müssen sich Betroffene persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben.

Dies ist spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit zu erledigen. Sie können die Arbeitslosmeldung jedoch auch schon drei Monate vor dem Beginn der eintretenden Arbeitslosigkeit tätigen.

Fällt der erste Tag der Arbeitslosigkeit auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, muss die Arbeitslosmeldung am nächsten Tag, an dem die Agentur für Arbeit wieder geöffnet ist, nachgeholt werden. Hierdurch entstehen Ihnen keine Nachteile, es wird beispielsweise keine Sperrzeit anberaumt, in der Sie kein Arbeitslosengeld 1 erhalten.
Sie erhalten Arbeitslosengeld 1 nur, wenn Sie die Anwartschaftszeit erfüllt haben.

Sie erhalten Arbeitslosengeld 1 nur, wenn Sie die Anwartschaftszeit erfüllt haben.

Zum anderen müssen Betroffene die sogenannte Anwartschaftszeit erfüllt haben, damit Sie die Leistungen des ALG 1 bekommen können. Waren Sie innerhalb der Rahmenfrist von zwei Jahren vor Eintritt der Arbeitslosigkeit über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten versicherungspflichtig beschäftigt, so haben Sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1.

Für Personen, die größtenteils kurzfristige Beschäftigungen ausüben – beispielsweise Aushilfen oder Schauspieler – gilt noch bis zum 31. Juli 2018 die verkürzte Anwartschaftszeit. Diese Ausnahmeregelung besagt, dass Personen, welche die folgenden Bedingungen erfüllen, Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 haben können:

  • Das Bruttoarbeitsentgelt der letzten zwölf Monate darf den Betrag von 34.020 Euro nicht übersteigen.
  • Es müssen hauptsächlich Beschäftigungsverhältnisse gewesen sein, die auf maximal sechs Wochen befristet waren.
  • Innerhalb der letzten zwei Jahre, bevor die Arbeitslosigkeit eintrat, müssen Sie mindestens sechs Monate lang versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein.
Es spricht in der Regel nichts dagegen, dass Sie eine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben. Diese sollte jedoch nicht Ihre berufliche Eingliederung beeinträchtigen.

Arbeitsuchend- vs. Arbeitslosmeldung – Was ist der Unterschied?

Der Unterschied zwischen der Arbeitsuchend- und der Arbeitslosmeldung wirft im Zusammenhang mit dem Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 häufig Fragen auf.

Hierzu lässt sich Folgendes sagen: Die Arbeitsuchendmeldung dient dazu, der Agentur für Arbeit mitzuteilen, dass Sie wegen drohender Arbeitslosigkeit auf der Suche nach einer neuen Stelle sind. Betroffene sind dazu verpflichtet, sich spätestens drei Monate bevor ihr Arbeits- bzw. Ausbildungsverhältnis endet, arbeitsuchend zu melden.

Dies können Sie persönlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit erledigen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, die Meldung zunächst online oder telefonisch vorzunehmen. Im Anschluss wird dann ein Termin zur persönlichen Beratung vereinbart. Nehmen Sie diesen wahr, wird die Meldung endgültig wirksam.

Erfahren Sie kurzfristig von der nahenden Arbeitslosigkeit und können Sie die dreimonatige Frist nicht einhalten, sind Sie dazu verpflichtet, sich drei Tage nachdem Sie Kenntnis vom Beendigungszeitpunkt erhalten haben, arbeitsuchend melden.

Die Arbeitslosmeldung hingegen dient dazu, der Agentur für Arbeit mitzuteilen, dass die Arbeitslosigkeit tatsächlich eingetreten ist. Melden Sie sich nicht arbeitssuchend und später arbeitslos, erhalten Sie auch kein Arbeitslosengeld 1.

Gut zu wissen: Auch wenn Sie an einer von der Agentur für Arbeit geförderten Weiterbildung teilnehmen, erhalten Sie weiterhin Arbeitslosengeld 1.

Wie hoch fällt das ALG 1 aus?

Für das ALG 1 ist die Berechnungsgrundlage das versicherungspflichtige Bruttoarbeitsentgelt.

Für das ALG 1 ist die Berechnungsgrundlage das versicherungspflichtige Bruttoarbeitsentgelt.

Am meisten interessieren sich Betroffene wohl dafür, wie hoch die finanzielle Leistung ausfällt. Eine pauschale Angabe lässt sich in diesem Zusammenhang nicht machen. Im Gegensatz zur Grundsicherung für Arbeitsuchende gibt es keine festen Regelsätze.

Vielmehr dient das versicherungspflichtige Bruttoarbeitsentgelt als Bemessungsgrundlage für das Arbeitslosengeld 1. Weiterhin ist von Bedeutung, welche Lohnsteuerklasse zu berücksichtigen ist und ob der Arbeitslosengeldempfänger Kinder hat.

Die Agentur für Arbeit ermittelt in einem ersten Schritt den sogenannten Bemessungszeitraum. Hierbei handelt es sich um die Arbeitstage, an denen der Antragsteller im Jahr vor dem Eintreten der Arbeitslosigkeit versicherungspflichtige Einkünfte erzielte. Ergeben sich weniger als 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt, wird der Bemessungsrahmen auf zwei Jahre verlängert.

Viele Betroffene fragen sich, ob es einen Mindestsatz beim Arbeitslosengeld 1 gibt. Eine solche untere Grenze gibt es jedoch nicht. Wie bereits erwähnt, richtet sich die Höhe des Betrages vorrangig nach dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt, welches im Jahr vor Eintreten der Arbeitslosigkeit erzielt wurde.

In einem zweiten Schritt wird dann aus dem gesamten Arbeitsentgelt, welches im Bemessungszeitraum erzielt wurde, ein tägliches Durchschnittsentgelt – auch Bemessungsentgelt genannt – ermittelt. Auch Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld werden berücksichtigt.

Gehen wir beispielsweise davon aus, dass die betreffende Person in einem Bemessungszeitraum, der 250 Tage umfasst, ein Arbeitsentgelt in Höhe von 25.000 Euro erzielt hat. Das Bemessungsentgelt beträgt in diesem Fall 25.000 Euro geteilt durch 250 Tage, also 100 Euro.

Anhand dieses Wertes wird anschließend ein pauschaliertes Nettoarbeitsentgelt – Leistungsentgelt genannt – errechnet. Die Berechnung erfolgt, indem Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und ein pauschaler Sozialversicherungsbetrag vom Bemessungsentgelt abgezogen werden.

Maßgeblich ist in diesem Zusammenhang die Lohnsteuerklasse, die zu Beginn des Jahres, in dem der Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 entstanden ist, für Sie gültig war. Beachten Sie, dass das pauschalierte Nettoentgelt in den meisten Fällen von dem letzten Nettoentgelt, welches Sie tatsächlich von Ihrem Arbeitgeber erhalten haben, abweicht.

Zuletzt wird dann der Betrag berechnet, der Ihnen tatsächlich ausgezahlt wird. Dieser beträgt in der Regel 60 Prozent des ermittelten Leistungsentgeltes. Arbeitslosengeld-1-Empfänger mit einem oder mehreren Kindern profitieren von einem erhöhten Leistungssatz. Sie erhalten beim ALG 1 einen Prozentsatz von 67 Prozent des Leistungsentgeltes.

Besteht nur ein äußerst geringer Anspruch auf Arbeitslosengeld 1, sollten Sie so schnell wie möglich das für Sie zuständige Jobcenter kontaktieren. Es wird dann geprüft, ob Ihnen weitere Leistungen – beispielsweise Arbeitslosengeld 2 oder Sozialgeld – zustehen, mit denen das ALG 1 aufgestockt werden kann.

Wann und wie findet die Zahlung vom Arbeitslosengeld 1 statt?

Arbeitslosengeld 1: Mit Kind erhalten Sie 67 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts.

Arbeitslosengeld 1: Mit Kind erhalten Sie 67 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts.

Offene Rechnungen, der Kredit fürs Auto oder die Miete: All dies sind feste Posten, die auch bei Eintreten der Arbeitslosigkeit pünktlich gezahlt werden müssen. Häufig fragen sich Leistungsbezieher deshalb, wann die Überweisung vom ALG I stattfindet.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Auszahlung der Leistung monatlich stattfindet. Das Arbeitslosengeld 1 wird dabei nachträglich für den vergangenen Monat gezahlt.

Über den Betrag, der Ihnen beispielsweise für den Mai zusteht, können Sie am ersten Werktag des Monats Juni verfügen.

Viele Betroffene stellen sich außerdem die folgende Frage: „Wie wird Arbeitslosengeld 1 gezahlt?“ Beachten Sie: Die Leistung wird bargeldlos ausgezahlt. Eine kostenfreie Zahlung in voller Höhe ist nur dann möglich, wenn Sie ein herkömmliches Konto besitzen. Ist dies nicht der Fall, wird die Leistung durch eine „Zahlungsanweisung zur Verrechnung“ übermittelt.

Diese können Sie bei einer Bank Ihrer Wahl zur Gutschrift einreichen. Möchten Sie die Zahlung vom ALG 1 jedoch bar erhalten, können Sie die Zahlungsanweisung bei einer Auszahlungsstelle der Deutschen Postbank oder der deutschen Post abgeben. Hierfür entstehen Kosten von 2,85 Euro.

Je nachdem, wie hoch die auszuzahlende Summe ist, werden noch zusätzliche Auszahlungsgebühren erhoben. Deren Höhe variiert zwischen 3,50 Euro und 7,50 Euro. Der Betrag wird sofort von den Ihnen zustehenden Leistungen abgezogen.

Sie sollten also im besten Fall über ein herkömmliches Girokonto verfügen, damit Sie von der kostenfreien Arbeitslosengeld-1-Zahlung profitieren können.

Wie lange haben Sie ein Recht auf Arbeitslosengeld 1?

Arbeitslose erhalten die Leistungen vom Arbeitslosengeld 1 – im Gegensatz zu Hartz 4 – nur für einen begrenzten Zeitraum. Wie lang dieser ausfällt, wird von zwei Faktoren bestimmt. Zum einen ist von Bedeutung, wie lange Sie in den letzten fünf Jahren versicherungspflichtig beschäftigt waren.

Zum anderen hat auch das Alter bei Eintritt der Arbeitslosigkeit einen Einfluss drauf, wie lange Sie Arbeitslosengeld 1 erhalten. Die Tabelle zeigt Ihnen auf einen Blick, welche Dauer laut SGB III für Arbeitslose unter 50 Jahren angesetzt wird:

Anzahl der Monate, in denen in den letzten fünf Jahren ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis bestandBeschränkungAnspruch auf ALG 1 in Monaten
126
168
2010
2412
30nur nach Vollendung des 50. Lebensjahres15
36nur nach Vollendung des 55. Lebensjahres18
48nur nach Vollendung des 58. Lebensjahres24

Wie lange Sie ALG 1 erhalten, hängt unter anderem vom Lebensalter ab.

Wie lange Sie ALG 1 erhalten, hängt unter anderem vom Lebensalter ab.

Arbeitslose, die jünger als 50 Jahre alt sind, können Arbeitslosen­geld 1 also maximal 12 Monate lang beziehen. Voraussetzung hierfür ist, dass sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Arbeitslosigkeit 24 Monate lang beschäftigt waren. Der Anspruch sinkt auf bis zu 6 Monate für Personen, die lediglich 12 Monate lang einer Arbeit nachgingen.

Für Personen, die älter als 50 Jahre sind, gelten besondere Regelungen. Haben sie das 50. Lebensjahr vollendet und in den letzten fünf Jahren mindestens 30 Monate lang gearbeitet, erhalten Betroffene 15 Monate lang ALG I.

Bis zu 18 Monate lang können Arbeitslose, die über 55 sind, Arbeitslosengeld 1 bekommen, wenn sie innerhalb der fünfjährigen Rahmenfrist 36 Monate lang versicherungspflichtig beschäftigt waren.

Maximal können ältere Arbeitslosengeldempfänger die Leistungen 24 Monate lang – also über einen Zeitraum von zwei Jahren – erhalten. Dies gilt jedoch nur für Personen über 58 Jahren, die in den vergangenen fünf Jahren mindestens 48 Monate lang in einem Arbeitsverhältnis waren.

Für Arbeitslose, welche die bereits erwähnten Anforderungen für eine verkürzte Anwartschaftszeit erfüllen, gilt laut § 147 Abs. 3 SGB III die folgende Anspruchsdauer:

Anzahl der Monate innerhalb der Rahmenfrist, in denen ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis bestandMonate
63
84
105

Was kommt nach dem Arbeitslosengeld 1?

Erlischt der Anspruch auf ALG 1, erhalten Sie in der Regel Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende – auch Arbeitslosengeld 2 bzw. Hartz 4 genannt. Ist abzusehen, dass Sie nicht rechtzeitig vor dem Auslaufen des Arbeitslosengeldes eine neue Stelle finden, sollten Sie sich deshalb zeitnah an das für Sie zuständige Jobcenter wenden und Hartz-4-Leistungen beantragen. Voraussetzung für den Bezug von ALG 2 ist unter anderem, dass Sie über kein größeres Vermögen verfügen, welches die geltenden Freibeträge überschreitet.

Was sind Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld 1?

Arbeitslosengeldempfänger haben gewisse Rechte, aber auch Pflichten. Kommen sie diesen nicht nach, wird eine sogenannte Sperrzeit verhängt. Diese bewirkt, dass das Arbeitslosengeld 1 für eine bestimmte Dauer nicht gezahlt wird.

Eine Sperrzeit wird unter anderem dann angeordnet, wenn Sie Ihr Beschäftigungsverhältnis ohne Vorliegen eines wichtigen Grundes gelöst haben. Dies ist unter anderem der Fall, wenn Sie selbst kündigen oder mit Ihrem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag abschließen.

Kündigen Sie, kann Ihnen beim Arbeitslosengeld 1 eine Sperrzeit drohen.

Kündigen Sie, kann Ihnen beim Arbeitslosengeld 1 eine Sperrzeit drohen.

Des Weiteren wird eine Sperrzeit anberaumt, wenn Sie die Arbeitslosigkeit grob fahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführt haben. Davon ist auszugehen, wenn Sie beispielsweise Ihre Kündigung durch arbeitsvertragswidriges Verhalten ausgelöst haben. In der Regel beträgt die Sperrzeit beim Arbeitslosengeld 1 dann zwölf Wochen, während dieser Sie keine Leistungen erhalten.

Und auch in anderen Fällen kann eine Sperrzeit angeordnet werden. Melden Sie sich beispielsweise zu spät arbeitsuchend, erhalten Sie eine Woche lang kein ALG 1. Damit müssen Sie auch rechnen, wenn Sie Ihren Mitwirkungs- und Mitteilungspflichten nicht nachkommen. Zu ihnen gehört es unter anderem, dass Sie vereinbarte Termine wahrnehmen und es der Agentur für Arbeit sofort mitteilen, wenn sich Ihre Anschrift ändert oder Sie eine Nebenbeschäftigung aufnehmen.

Zeigen Sie keine ausreichenden Eigenbemühungen, müssen Sie mit einer Sperrzeit von zwei Wochen für das Arbeitslosengeld 1 rechnen. In welchem Umfang Sie tätig werden müssen, ist in der Regel in der Eingliederungsvereinbarung bzw. der schriftlichen Festsetzung der Eigenbemühungen festgelegt. Oftmals wird beispielsweise von Ihnen erwartet, dass Sie eine bestimmte Anzahl Bewerbungen schreiben und dies auch nachweisen können.

Sollten Sie sich weigern, an einer Maßnahme zur beruflichen Weiter- oder Ausbildung teilzunehmen, eine solche Maßnahme abbrechen oder durch widriges Verhalten von einer solchen ausgeschlossen werden, kann auch eine Sperrzeit festgelegt werden.

Können Sie einen triftigen Grund für Ihr Verhalten angeben, wird keine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld 1 angesetzt.

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