Elternzeit: Auch Hartz-4-Empfänger können einen Anspruch haben

Nach einer anstrengenden Schwangerschaft und Geburt wollen sich Eltern oft erstmal ganz auf das Leben mit dem neuen Nachwuchs konzentrieren. Damit sich zumindest ein Elternteil ganz auf die Pflege und Umsorgung des Kindes konzentrieren kann, gibt es in Deutschland die sogenannte Elternzeit. Der Begriff umfasst eine gewisse Zeitspanne von mindestens drei Jahren nach der Geburt eines Kindes oder mehrerer Kinder, in der ein Elternteil keiner Erwerbstätigkeit nachgehen muss, also von seiner vorherigen Tätigkeit unbezahlt freigestellt wird. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, nach der Elternzeit wieder in den Beruf einzusteigen.

Hartz 4 in Elternzeit: Wenn Sie alleinerziehend sind, muss die Betreuungsfrage geklärt sein.

Hartz 4 in Elternzeit: Wenn Sie alleinerziehend sind, muss die Betreuungsfrage geklärt sein.

Aber auch Hartz-4-Empfänger ohne Erwerbstätigkeit können einen Anspruch auf Elternzeit haben. In dieser stehen sie der Arbeitsvermittlung dann nicht zur Verfügung.

Das Wichtigste zur Elternzeit bei Hartz-4-Empfängern:

  1. Elternzeit kann bis zu drei Jahre nach der Geburt genommen werden, steht aber normalerweise nur vor der Geburt Erwerbstätigen zu.
  2. Kümmern Sie sich hauptsächlich um Ihr Baby, müssen Sie der Arbeitsvermittlung in der Regel nicht zur Verfügung stehen. Ab der Vollendung des dritten Lebensjahrs des Kindes müssen Sie allerdings wieder Eigenbemühungen vorweisen.
  3. Haben Sie vor der Geburt aufstockend Hartz 4 erhalten, gibt es einen Freibetrag bis zu 300 Euro auf das Elterngeld, das nicht auf Ihren Hartz-4-Satz angerechnet wird.

Aber wie lange dauert die Elternzeit bei Hartz-4-Empfängern? Kann sie verlängert werden? Und kann in der Elternzeit wie herkömmlich Arbeitslosengeld 2 bezogen werden? Lesen Sie im folgenden Ratgeber mehr zum Thema!

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Elterngeld

Elternzeit und ALG 2: Wie passt das zusammen?

Elternzeit bei Hartz 4: Ab der Vollendung des dritten Lebensjahrs Ihres Kindes kann spätestens wieder gearbeitet werden.

Elternzeit bei Hartz 4: Ab der Vollendung des dritten Lebensjahrs Ihres Kindes kann spätestens wieder gearbeitet werden.

Grundsätzlich haben auch Hartz-4-Empfänger einen Anspruch auf die Elternzeit. Allerdings nicht im Sinne der gesetzlich geregelten Elternzeit, da diese lediglich Arbeitnehmerinnen und –nehmern zur Verfügung steht, sondern vielmehr als dreijährige Auszeit zur Erziehung des Kindes.

Denn § 10 des Zweiten Sozialgesetzbuchs (SGB 2) besagt, dass eine Arbeit für Hartz-4-Empfänger nur dann zumutbar ist, wenn dadurch die Erziehung eines Kindes nicht gefährdet wird. Dies ist nach einer Zeit von drei Jahren ab der Geburt des Sprösslings nicht mehr der Fall.

Im Umkehrschluss heißt das: Auch Empfängern von Sozialleistungen wird die Elternzeit bei Hartz 4 genehmigt. In dieser Zeit muss derjenige, der sich größtenteils um die Erziehung des Kindes kümmert, der Arbeitsvermittlung nicht in vollem Umfang zur Verfügung stehen.

Teilzeitarbeit kann aber erlaubt sein und wird in gewissem Rahmen vom Jobcenter auch erwartet. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, ob Sie eine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben haben, was in dieser genau festgelegt wurde, ob Sie alleinerziehend sind und die Betreuung des Kindes sonst nicht gewährleistet werden kann.

Hat Ihr Kind das dritte Lebensjahr vollendet, so besteht keine Gefährdung der Erziehung mehr, wenn Sie Ihr Kind in eine entsprechende Tageseinrichtung (Kita o.ä.) geben. Spätestens ab diesem Zeitpunkt müssen Sie der Arbeitsvermittlung des Jobcenters wieder zur Verfügung stehen.

Hartz 4 in Elternzeit? Das gilt für Aufstocker

Während der Elternzeit können Sie ebenfalls aufstockend ALG 2 erhalten, wenn Ihr Partner beispielsweise nicht genug Geld verdient, um den Lebensunterhalt für Ihre kleine Familie trotz Elterngeld durch dieses Erwerbseinkommen zu sichern. Sie sollten dabei allerdings beachten, dass Elterngeld bei Hartz 4 als Einkommen angerechnet wird.

Hat der Elternteil, der Elterngeld beantragt, vor der Geburt des Kindes gearbeitet und wurde das Gehalt durch Hartz 4 lediglich aufgestockt, so bleibt vom Elterngeld in der Elternzeit allerdings ein Freibetrag in Höhe von maximal 300 Euro. Wie hoch der Freibetrag genau ist, wird durch das letzte Einkommen vor der Geburt errechnet.

Dieser Betrag wird dann bei Hartz-4-Empfängern in der Elternzeit nicht angerechnet. Gleicher Freibetrag gilt auch für Bezieher von Sozialhilfe oder dem Kinderzuschlag für ein Baby.

Kann während der Elternzeit gearbeitet werden?

Elternzeit bei Hartz 4: Wie lange dauert sie? Ab drei Jahren kann das Kind in einer entsprechenden Einrichtung betreut werden.

Elternzeit bei Hartz 4: Wie lange dauert sie? Ab drei Jahren kann das Kind in einer entsprechenden Einrichtung betreut werden.

Wie bereits erwähnt, haben Sie auch die Möglichkeit, während dem Bezug von Hartz 4 nach und in Elternzeit wieder arbeiten zu gehen.

Sind die drei Jahre Elternzeit bereits rum, müssen Sie sich zur Verminderung Ihres Hartz-4-Anspruchs um eine geeignete Arbeitsstelle kümmern, da ab dann Ihr Kind in einer Kita betreut werden kann.

Ist die Elternzeit noch nicht vorbei, ist es davon abhängig, ob Ihr Baby bereits anders versorgt werden kann.

Geben Sie Ihr Kind bzw. Ihre Kinder beispielsweise schon vor Vollendung des dritten Lebensjahrs in eine stundenweise Betreuung, so können Sie laut Jobcenter theoretisch in diesen „freien“ Stunden auch einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

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