Landeserziehungsgeld: Wo und wie Sie die Leistung bekommen

Besonders nach der Geburt des Kindes wollen Eltern viel Zeit mit Ihrem Nachwuchs verbringen. Die Elternzeit bietet sich dafür gut an. Innerhalb dieser Zeit sind Eltern vom Job freigestellt, um sich dem Kind zu widmen. Im ersten Jahr kann das sogenannte Elterngeld beantragt werden.

Was ist das Landeserziehungsgeld?

Was ist das Landeserziehungsgeld?

Nach Auslauf des Elterngeldanspruchs bieten ein paar Bundesländer in Deutschland das sogenannte Landeserziehungsgeld für Eltern an, die ihre Kinder zu Hause betreuen wollen. Wie lange bekommt man Landeserziehungsgeld? In welcher Höhe wird das Landeserziehungsgeld ausgezahlt? Wo Sie einen Antrag auf Landeserziehungsgeld stellen können und mehr, lesen Sie in diesem Ratgeber.

Kurz & bündig: Das Wichtigste zum Landeserziehungsgeld

  1. Das Landeserziehungsgeld wird nicht in ganz Deutschland, sondern nur in Bayern und Sachsen ausgezahlt.
  2. Baden-Württemberg und Thüringen haben die Leistung vor einigen Jahren abgeschafft.
  3. Eltern, die ihre Kinder nach dem ersten Lebensjahr zu Hause betreuen wollen, erhalten zwischen 150 und 300 Euro monatlich. Die Voraussetzungen unterscheiden sich bei den Bundesländern.

Was ist das Landeserziehungsgeld?

Eltern, die innerhalb der ersten Lebensjahre ihres Kindes besonders viel Zeit mit dem Nachwuchs verbringen wollen, haben die Möglichkeit, nach Bezug des Elterngeldes das Landeserziehungsgeld zu beantragen. Dieses wird u. a. auf Sozialleistungen wie beispielsweise Hartz 4 angerechnet.

Dabei handelt es sich um eine Leistung der einzelnen Bundesländer. Da allerdings nicht alle Bundesländer das Landeserziehungsgeld auszahlen, kann es nicht überall beantragt werden. Baden-Württemberg hat die Leistung beispielsweise zum 1. Oktober 2012 abgeschafft.

Landeserziehungsgeld: Wie lange können Sie es beantragen?

Landeserziehungsgeld: Wie lange können Sie es beantragen?

In Thüringen wurde das Landeserziehungsgeld in voller Höhe zu Mitte Juni 2015 abgeschafft. Derzeit gilt noch eine Übergangsregelung. Die Leistung wird noch für Kinder ausgezahlt, die bis zum 30. Juni 2015 geboren wurden.

Damit Eltern in Thüringen das Landeserziehungsgeld bekamen, durfte das Kind nicht länger als fünf Stunden täglich eine Kindertagesstätte oder Tagespflege besuchen. Für das erste Kind erhielten Eltern 150 Euro, für das zweite gab es 200 Euro und für das dritte wurden 250 Euro ausgezahlt. Für jedes vierte Kind, welches zu Hause betreut wurde, sowie für jedes weitere, zahlte Thüringen 300 Euro pro Monat.

Wer bekommt Landeserziehungsgeld und in welcher Höhe wird es ausgezahlt?

Je nach Bundesland sind die Voraussetzungen für das Landeserziehungsgeld unterschiedlich. Teilweise spielt auch die Einkommensgrenze beim Landeserziehungsgeld eine große Rolle. Wie dies in Bayern und Sachsen geregelt ist, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Voraussetzungen in Bayern

Eltern, die ihre Kinder nach Bezug des Elterngeldes weiterhin zu Hause betreuen wollen, können in Bayern das Landeserziehungsgeld beantragen. Dieses beträgt für das erste Kind sechs Monate lang bis zu 150 Euro monatlich. Für das zweite Kind erhöht sich die Leistung auf 200 Euro monatlich für insgesamt 12 Monate. Ab dem dritten Kind können für den gleichen Zeitraum sogar 300 Euro pro Monat bezogen werden.

Damit ein Anspruch auf Landeserziehungsgeld in Bayern entsteht, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Beispielsweise muss der Antragsteller vor dem Leistungsbeginn mindestens zwölf Monate in Bayern gewohnt haben. Zudem darf der Antragsteller wöchentlich nicht mehr als 30 Stunden arbeiten.

Wichtig ist vor allem, dass beim Landeserziehungsgeld die Einkommensgrenze des Antragstellers nicht überschritten wird. Diese liegt für Alleinerziehende bei 22.000 Euro und für Ehepaare bzw. Eltern, die in eheähnlicher Gemeinschaft leben, 25.000 Euro. Für jedes weitere Kind erhöht sich die Einkommensgrenze um 3.140 Euro.

Für Kinder, die ab dem 1. Januar 2017 geboren wurden, gelten höhere Einkommensgrenzen. Für Alleinerziehende liegt die Einkommensgrenze nun bei 31.000 Euro. Ehepaare bzw. Eltern in einer eheähnlichen Gemeinschaft dürfen jährlich 34.000 Euro erwirtschaften. Für jedes weitere Kind erhöht sich die Grenze um 4.440 Euro.

Landeserziehungsgeld: Ab wann kann es beantragt werden?

Landeserziehungsgeld: Ab wann kann es beantragt werden?

Eine besondere Voraussetzung sieht Bayern bei der Durchführung der Früherkennungsuntersuchungen U6 und U7 vor. Die U6 wird zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat des Kindes vom Arzt durchgeführt. Dabei wird überprüft, wie der Entwicklungsstand des Kindes ist (z. B. Sinnesorgane, geistige Entwicklung sowie Bewegungsfähigkeit).

Die U7 wird zwischen dem 21. und 24. Lebensmonat des Kindes durchgeführt. Hier wird die sprachliche Entwicklung sowie die Feinmotorik und Körperbeherrschung getestet. Zudem überprüft der Arzt auch den Impfpass. Bei der Antragstellung vom Landeserziehungsgeld müssen die Eltern mit dem Vorsorgeheft nachweisen, dass eine der Untersuchungen mindestens durchgeführt wurde.

Landeserziehungsgeld in Sachsen beantragen

Auch in Sachsen wird Eltern das Landeserziehungsgeld gewährt, wenn sie ihren Nachwuchs zu Hause betreuen. Dieses wird entweder beginnend im zweiten oder dritten Lebensjahr des Kindes ausgezahlt.

Bei Kindern im zweiten Lebensjahr erhalten Eltern beim ersten Kind fünf Monate lang 150 Euro, beim zweiten sechs Monate lang 200 Euro und ab dem dritten Kind sieben Monate lang 300 Euro monatlich.

Bei Kindern im dritten Lebensjahr unterscheidet sich die Höhe des Landeserziehungsgeldes. Für das erste Kind erhalten Eltern neun Monate lang 150 Euro, für das zweite Kind neun Monate lang 200 Euro und ab dem dritten Kind können sieben Monate lang 300 Euro monatlich bezogen werden.

Wichtig ist in jedem Fall, dass das Kind ab dem vollendeten 14. Lebensmonat keinen staatlich geförderten Platz in einer Kindertagesstätte in Anspruch genommen hat. Andernfalls gilt für Kinder ab dem dritten Lebensjahr die gleiche Höhe wie für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr.

Um Landeserziehungsgeld zu beziehen, dürfen Eltern ihre Kinder nicht in eine staatlich geförderte Kindertagesstätte oder in eine Tagespflege geben. Der Antragsteller darf außerdem nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten.

Für das Landeserziehungsgeld in Sachsen gilt eine Einkommensgrenze von 14.100 Euro für Alleinerziehende und 17.100 Euro für Eltern. Für jedes weitere Kind erhöht sich die Grenze um 3.140 Euro. Ist das Kind nach dem 1. Januar 2015 geboren, gilt grundsätzlich keine Einkommensgrenze mehr.

Der Unterschied zwischen Betreuungsgeld und Landeserziehungsgeld

Das sogenannte Betreuungsgeld wurde am 14. Dezember 2012 vom Bundesrat beschlossen. Am 21. Juli 2015 urteilte das Bundesverfassungsgericht allerdings, dass die Regelung gegen das Grundgesetz verstoße.

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Landeserziehungsgeld und dem Betreuungsgeld ist, dass das Betreuungsgeld auf Bundesebene eingeführt wurde und damit für alle Bundesländer gültig war. Das Landeserziehungsgeld hingegen ist eine Angelegenheit der einzelnen Bundesländer und kann somit von jedem Land individuell geregelt werden.

Wie Sie einen Antrag auf Landeserziehungsgeld stellen

Einen Antrag auf Landeserziehungsgeld erhalten Sie direkt beim Freistaat Sachsen online. Für das Landeserziehungsgeld muss ein Formular ausgefüllt werden. Zusätzlich sind folgende Unterlagen nötig:

Muss für das Landeserziehungsgeld ein Einkommensfragebogen ausgefüllt werden?

Muss für das Landeserziehungsgeld ein Einkommensfragebogen ausgefüllt werden?

  • Bescheinigungen (Anlage zum Antrag auf Erziehungsgeld für das Kind)
  • Verdienstbescheinigung des Antragstellers (Anlage zum Antrag auf Erziehungsgeld)
  • Verdienstbescheinigung des Ehe- oder Lebenspartners (Anlage zum Antrag auf Erziehungsgeld)
  • Geburts- oder Abstammungsurkunde im Original

Den Antrag können Eltern telefonisch, per Mail oder schriftlich bei den Elterngeldstellen anfordern. Abgeben können Antragsteller das Schreiben entweder persönlich oder per Post beim zuständigen Amt.

Das Landeserziehungsgeld in Bayern können Eltern online ausfüllen. Anschließend wird der Antrag auf Landeserziehungsgeld ausgedruckt und kann ebenfalls beim zuständigen Amt abgegeben oder per Post verschickt werden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (58 Bewertungen, Durchschnitt: 4,16 von 5)
Loading...

Hinterlassen Sie hier einen Kommentar. Beachten Sie vorher unsere Netiquette.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.