Soziale Einrichtungen, Organisationen & Vereine: Anlaufstellen für Hilfebedürftige

Egal ob Hartz-4-Empfänger, Rentner oder Mensch mit Behinderung – nicht jedes Mitglied unserer Gesellschaft kann ohne Hilfe von Dritten auskommen. Soziale Einrichtungen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Schwachen zu unterstützen.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, warum soziale Einrichtungen gerade für Hartz-4-Empfänger von besonderer Bedeutung sind.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, warum soziale Einrichtungen gerade für Hartz-4-Empfänger von besonderer Bedeutung sind.

Doch was ist eine soziale Einrichtung eigentlich genau? Was bedeutet es, wenn eine Institution oder ein Verein durch soziale Träger bezuschusst wird? Welche Beispiele für soziale Einrichtungen in Deutschland lassen Deutschland finden?

Im nachfolgenden Ratgeber finden Sie Antworten auf diese Fragen. Wir gehen darauf ein, welche Aufgabe soziale Einrichtungen erfüllen, wie sie sich finanzieren und nennen einige Beispiele für soziale Arbeit in Deutschland.

Kurz & bündig: Das Wichtigste zum Thema „Soziale Einrichtungen“

  1. Soziale Einrichtungen sind öffentlich zugänglich und erfüllen Aufgaben des Sozialsystems.
  2. Dabei kann es sich beispielsweise um Seniorenheime oder auch kostenfreie Beratungsstellen handeln. Für Hilfebedürftige, die Hartz-4-Leistungen empfangen, sind vor allem die Tafel und die Caritas wichtige Anlaufstellen.
  3. Viele soziale Einrichtungen werden von Kirchen betrieben. Andere finanzieren sich ausschließlich über Spenden aus der Bevölkerung. Weiterhin gibt es auch eine Vielzahl freier Träger, welche staatlich bezuschusst werden.

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Tafel Caritas

Was sind soziale Einrichtungen? Eine Definition

Was ist eine soziale Einrichtung?

Was ist eine soziale Einrichtung?

Eine Definition des Begriffs „soziale Einrichtung“ ist schwierig. Grundsätzlich handelt es sich um öffentliche, also für Jedermann frei zugängliche Einrichtungen, welche Aufgaben des Sozialstaates erfüllen.

In Deutschland gibt es sowohl freie Träger, als auch öffentlich rechtliche Trägerschaften für soziale Einrichtungen. Es kann sich dabei um Vereine, Stiftungen oder auch Institutionen handeln, die soziale Arbeit leisten.

Einrichtungen, in denen soziale Arbeit betrieben wird, sind beispielweise Kindergärten, Seniorenheime, die Bahnhofsmission, Frauenhäuser, Essensaugabestellen der Tafel, Beratungsstellen der Caritas und viele weitere.

Wie sich aus den einzelnen Gebieten, in denen soziale Einrichtungen zu finden sind, ableiten lässt, übernehmen diese stets Aufgaben in der Betreuung von Menschen bzw. in der akuten Hilfe, für Betroffene, die sich in einer Notsituation befinden.

Viele soziale Stiftungen bzw. Einrichtungen bieten ihre Leistungen unentgeltlich an und finanzieren sich ausschließlich über Spenden. In diesem Zusammenhang ist oft von einer sogenannten Non-Profit-Organisation (NPO) die Rede. Diese verfolgt keine wirtschaftlichen, sondern ausschließlich gemeinnützige Ziele.

Was macht eigentlich ein Sozialarbeiter?

Soziale Einrichtungen beschäftigen oft Sozialarbeiter, daher widmen wir diesem Beruf den folgenden Abschnitt und klären, welche Aufgaben ein Sozialarbeiter übernehmen kann und welche Wege den Einstieg in diese Arbeit ermöglichen.

Sozialarbeiter haben im Wesentlichen die Aufgabe, Menschen in Notsituationen zu unterstützen. Soziale Einrichtungen beschäftigen Sozialpädagogen häufig, sie arbeiten beispielsweise aber auch für Jugendämter, bei Beratungsstellen oder in der Jugend- oder Familienhilfe. Menschen in diesem Beruf bieten eine Anlaufstelle für Hilfebedürftige.

Sie arbeiten zum Beispiel auch in Justizvollzugsanstalten und sollen dabei Häftlingen zur Resozialisierung verhelfen. Auch Menschen, die im Gefängnis Hartz 4 erhalten, können von der Hilfe eines Sozialarbeiters profitieren.

Zudem können sie als Streetworker oder auch in der Schuldnerberatung arbeiten und Betroffenen helfen. Wer in diesem Beruf tätig sein möchte, muss ein Studium oder eine Ausbildung im Bereich „soziale Arbeit“ absolvieren.

Soziale Einrichtungen & Vereine: Beispiele

Es gibt eine Vielzahl soziale Einrichtungen in Deutschland. Diese sind nicht nur für Hartz-4-Empfänger, das Angebot steht grundsätzlich allen Menschen offen, die sich in einer Notlage befinden. Im Folgenden wollen wir Ihnen zwei soziale Einrichtungen vorstellen, die zwar nicht ausschließlich, aber gerade für Arbeitslosengeld-2-Beziehende von großer Bedeutung sind.

Für Hartz-4-Empfänger wichtig: Die Tafel

Soziale Einrichtungen: Auch die Tafel zählt dazu.

Soziale Einrichtungen: Auch die Tafel zählt dazu.

Die Tafel ist gerade für Menschen, die auf Arbeitslosengeld 2 angewiesen sind, eine wichtige Anlaufstelle. Aber auch immer mehr Rentner nehmen die Leistungen in Anspruch, welche diese sozialen Einrichtungen bieten.

Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. fungiert als Dachorganisation für die einzelnen Tafeln in Deutschland. Diese haben es sich zum Ziel erklärt, Lebensmittel, die beispielsweise in Supermärkten aussortiert werden, zu „retten“.

Es handelt sich dabei nämlich meist um Waren, die noch zum Verzehr geeignet sind. Diese werden an sogenannten Essenausgaben an Bedürftige verteilt bzw. gegen einen kleinen Betrag verkauft. Wer bei der Tafel einkaufen möchte, muss seine Hilfebedürftigkeit nachweisen. Dies ist beispielsweise durch Vorlage eines Hartz-4-Bescheids möglich.

Die kürzlich von Jens Spahn getätigten Aussagen zum Thema Hartz 4, haben für eine allgemeine Diskussion über Armut und die Notwendigkeit der Tafeln in Deutschland geführt. Spahn behauptet, dass auch ohne dieses Angebot kein Hilfebedürftiger in Deutschland hungern müsse. Kritiker halten dagegen, dass soziale Einrichtungen wie die Tafel sehr wohl einige Menschen davor schützen, am Ende des Monats keine Lebensmittel mehr zur Verfügung zu haben. Die Debatte darüber hält weiterhin an.

Caritas: Hilfe bei wirtschaftlichen oder persönlichen Problemen

Eine weitere wichtige Anlaufstelle für Hartz-4-Empfänger ist die Caritas. Es handelt sich dabei um einen katholischen Wohlfahrtsverband, welcher Beratungsleistungen für alle Menschen, unabhängig von Religion oder Herkunft, bietet.

Für folgende Lebens- und Themenbereiche bietet die Caritas Hilfe an:

  • Sozialrechtliche Fragestellungen zum Thema Hartz 4, Wohngeld, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung etc.
  • Probleme mit Behörden (beispielsweise der Agentur für Arbeit)
  • Persönliche oder wirtschaftliche Schwierigkeiten (inklusive Schuldnerberatung)
  • Vermittlung an Fachberatungsstellen (z. B. bei Suchtproblemen)
Wie es für soziale Einrichtungen häufig üblich ist, sind die Leistungen der Caritas kostenlos und stehen grundsätzlich jedem Menschen offen. Die Mitgliedschaft in der katholischen Kirche ist keine Voraussetzung, um die Hilfsangebote in Anspruch nehmen zu können.

Wie finanzieren sich soziale Einrichtungen?

Einige soziale Einrichtungen sind auf Spenden angewiesen.

Einige soziale Einrichtungen sind auf Spenden angewiesen.

Viele soziale Einrichtungen, wie beispielsweise die Tafel, finanzieren sich über Spenden. Dabei kann es sich sowohl um Sach-, als auch um Geldspenden handeln. Dieses können entweder von Privatpersonen oder auch größeren Unternehmen kommen.

Allerdings gibt es auch soziale Einrichtungen, wie die Caritas, welche als freier Träger Sozialleistungen des Staates übernehmen und gemäß der Sozialgesetze entsprechend finanziell bezuschusst werden.

Exkurs: Finanzierung sozialer Dienste in Deutschland

Einige bestimmte Hilfen für Menschen in Notsituationen sind gesetzlich festgelegt (Sozialstaatsprinzip im Grundgesetz). Welche Leistungen das im Einzelnen sind, regelt der Bund in den Sozialgesetzen. Die Umsetzung übernehmen wiederum private oder freie gemeinnützige Träger und Verbände (Subsidiaritätsprinzip). Sie betreiben zum Beispiel Krankenhäuser, Altenheime oder Kindertageseinrichtungen. Dadurch können die Betroffenen zwischen vielen Anbietern wählen, die unterschiedliche Leistungen anbieten.

Wer kann für soziale Institutionen arbeiten?

Wie bereits erwähnt, sind häufig Sozialarbeiter für soziale Einrichtungen tätig. Allerdings gibt es auch eine Vielzahl ehrenamtlicher Helfer, die sich in solchen Vereinen engagieren und entweder ohne Entlohnung oder für einen geringen Betrag arbeiten.

In aller Regel sind keine besonderen beruflichen Vorkenntnisse vonnöten, um soziale Einrichtungen wie die Tafel bei deren Arbeit zu unterstützen. Interessierte können sich über entsprechende Stellenausschreibungen informieren und eine Bewerbung verfassen.

Bildnachweise: istockphoto.com/ © JackF, fotolia.com/ © Konstantin Yuganov, depositphotos.com/ © X-etra

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