Widerspruch gegen Ablehnungsbescheid einlegen: Wie geht das?

Oft befinden sich potentielle ALG-2-Empfänger in einer schwierigen Situation: Der Job wurde gekündigt oder schlicht verloren, ein Vermögen besteht kaum und die berufliche sowie finanzielle Zukunft steht auf der Kippe. In solch einem Fall kann es für einen Hilfebedürftigen nichts Schlimmeres geben, als dass die Bitte nach Leistungsgewährung vom Jobcenter abgelehnt wird. Hat die betroffene Person bereits einen Antrag auf Hartz 4 gestellt, kann ein Ablehnungsbescheid die mögliche Antwort des Jobcenters sein.

Ein Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid kann erfolgreich sein, wenn Fehler in der Berechnung vorliegen.

Ein Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid kann erfolgreich sein, wenn Fehler in der Berechnung vorliegen.

Aber was ist in solch einem Fall der Ablehnung zu tun? Welche Gründe können beim Ablehnungsbescheid einen Widerspruch rechtfertigen? Und wenn Sie Widerspruch einlegen beim Arbeitsamt, ist ein Muster dafür hilfreich?

Wann wird ein Ablehnungsbescheid verschickt?

Eine negative Rückmeldung vom Jobcenter und somit einen Ablehnungsbescheid erhalten Sie als Hartz-4-Empfänger dann, wenn Ihnen nach Prüfung der Gesetze laut Leistungssachbearbeiter keine Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB 2) zustehen. Diese Ablehnung kann unter anderem durch folgende Umstände begründet sein:

  • Sie haben ein zu hohes Einkommen oder Vermögen, das erst verbraucht werden muss, bevor ein Hartz-4-Anspruch besteht,
  • Sie haben falsche Angaben zu Ihren Lebensumständen gemacht oder Unterlagen nicht (rechtzeitig) eingereicht,
  • Ihrem Ablehnungsbescheid liegt eine falsche Rechnung bzw. Berechnungsgrundlage zugrunde.

Sollte einer der genannten Gründe vorliegen, kann das Jobcenter einen Ablehnungsbescheid schicken. Diesen sollten Sie aber nicht immer ungefragt hinnehmen. Denn: Ein Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid, den das Jobcenter verschickt hat, kann erfolgreich sein. Wie und wo der Widerspruch eingelegt werden sollte, erfahren Sie im Folgenden.

Widerspruch gegen den Bescheid beim Arbeitsamt einlegen?

Sind Sie nicht zufrieden mit der Reaktion des Jobcenters, können Sie Widerspruch gegen die Entscheidung einlegen. Damit erreichen Sie eine erneute Prüfung Ihrer Unterlagen.

Arbeitslosengeld 2 abgelehnt? Ein Widerspruch gegen den Bescheid kann helfen!

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Haben Sie den Hartz-4-Bescheid geprüft und kommen zu dem Ergebnis, dass eine falsche Berechnung zum Ablehnungsbescheid geführt hat, haben Sie beispielsweise gute Chancen, doch noch eine Leistungsbewilligung zu erhalten.

In Ihrem Widerspruch gegen den Ablehnungs­bescheid sollten Sie gut begründen, wieso Sie der Meinung sind, dass dieser falsch ist. Bis zu welchem Zeitpunkt Sie einen Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid einlegen können, ist der Rechtsbehelfsbelehrung in Ihrem Bescheid zu entnehmen.

Normalerweise beträgt dieser Zeitraum vier Wochen. Den Widerspruch müssen Sie dann schriftlich an das zuständige Jobcenter, das Ihnen den Ablehnungsbescheid ausgestellt hat, zurückschicken. Eine Übermittlung an das Arbeitsamt bzw. die Bundesagentur für Arbeit ist nicht nötig, da der Bescheid normalerweise nicht von dieser Behörde versendet wird.

Eine Antwort sollten Sie innerhalb von drei Monaten erhalten. In dieser Entscheidung ist ebenfalls eine Begründung enthalten, wieso Ihrem Widerspruch stattgegeben bzw. dieser verworfen wurde. Wird Ihr Widerspruch abgelehnt, können Sie Klage vor dem Sozialgericht einreichen. Ob sich dieser Schritt gegen die Ablehnung auch aufgrund der Kosten tatsächlich lohnt, sollten Sie mit einem Anwalt besprechen.

Schicken Sie den Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid postalisch, sollten Sie dies per Einschreiben tun, damit Sie einen Nachweis haben, dass der Widerspruch fristgerecht eingelegt wurde.

Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid: ein Muster verschafft Abhilfe

Wie können Sie also nun einen Widerspruch einlegen und dem Arbeitsamt unterbreiten? Unsere Vorlage kann Ihnen als Beispiel dienen, wenn Sie einen Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid einlegen wollen. Vergessen Sie dabei allerdings nicht, das Muster zu personalisieren und mit Ihren persönlichen Daten zu ergänzen.

Absender:Manuela Musterfrau
Musterweg 1
12345 Musterstadt

Empfänger:

Jobcenter XY
Musterstraße 2
12345 Musterstadt

Datum: XX.XX.XXXX

Betreff: Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid vom XX.XX.XXXX

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lege ich fristgerecht einen Widerspruch gegen Ihr Ablehnungsschreiben vom [Datum einfügen] ein.

Zur Begründung meines Widerspruchs möchte ich folgende Gründe anführen:
[Begründung für den Widerspruch einfügen]

Mit freundlichen Grüßen,

[Unterschrift]
Manuela Musterfrau

Beachten Sie auch, dass Sie immer einen Anwalt konsultieren können, der Ihnen beim Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid helfen kann. Sind Sie sich nicht sicher, ob ein Widerspruch überhaupt lohnt, kann es sinnvoll sein, den Ablehnungsbescheid vorher von einem Anwalt oder einer Beratungsstelle prüfen zu lassen.

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Ein Gedanke zu „Widerspruch gegen Ablehnungsbescheid einlegen: Wie geht das?

  1. Georgios k.

    Der Antrag würde abgelehnt April 2017
    Aber ich habe das jobcenter immer wieder informiert
    Trotzdem ohne Erfolg
    Diese Zeit war ich ohne Obdach und vieles gelitten
    Ich habe schulden überall

    Antworten

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